Über das Theater und den europäischen Stummfilm der 1920er bis in die amerikanische Traumfabrik - die Lebensgeschichte von Georg Wilhelm Pabst, 1885 im böhmischen Raudnitz geboren, liest sich auf den ersten Blick wie ein klassischer Hollywoodplot. Doch anders als Zeitgenossen wie Ernst Lubitsch und Billy Wilder scheiterte der als G.W. Pabst weltbekannt gewordene Filmer am starren System der amerikanischen Filmindustrie: "A Modern Hero" (1934) sollte sein einziger US-Film bleiben, Pabst kehrte kurz darauf nach Europa zurück.

Seinen Filmen, Werke mit Ecken und Kanten, widmet das Filmarchiv Austria von 2. bis 25. Mai eine Retrospektive im Wiener Metro Kinokulturhaus. Mit dabei sind unter anderem auch Pabsts französische Vorkriegsfilme wie die höchst kuriose Wiener Alltags-Komödie "Du haut en bas" (1933) oder "Madmoiselle docteur" (1936). Der österreichische Regisseur produzierte zahlreiche seiner Werke in Frankreich, die meisten davon sind ganz unverkennbar von vorangegangen Stummfilmklassikern wie dem mit Asta Nielsen und Greta Garbo starbesetzten Sozialdrama "Die freudlose Gasse" (1925) oder der Wedekind-Romanverfilmung "Die Büchse der Pandora" (1929) geprägt - beide sind im Rahmen der Retrospektive mit Live-Musik von Gerhard Gruber zu sehen.

Seine späteren Arbeiten, viele in neu restaurierten Fassungen, werden ebenfalls zu sehen sein, die meisten in 35mm-Kopien und als klassische Analog-Projektion. So auch die wenig bekannten italienischen Arbeiten, entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg, aber auch "Der letzte Akt" (1955, Vorbild für "Der Untergang") und sein letzter Film "Durch die Wälder, durch die Auen" (1956).