Manche Dialoge habe ich auf dem Spielplatz mitgeschrieben", sagt Kreutzer. - © Katharina Sartena
Manche Dialoge habe ich auf dem Spielplatz mitgeschrieben", sagt Kreutzer. - © Katharina Sartena

Kinder machen ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr. Ein Satz, der auch gut als Alternativ-Titel für Marie Kreutzers neuen Film "Was hat uns bloß so ruiniert" (derzeit im Kino) passen würde. Denn darin geht es um junge Eltern, die mit der Situation des Vater-Mutter-Kind-Alltags einigermaßen überfordert scheinen. Vor allem auch deshalb, weil Spießigkeit unter allen Umständen vermieden werden soll.

Kreutzer, die sich schon in "Die Vaterlosen" mit dem Heranwachsen befasst hat, geht diesmal mehr auf die Bedürfnisse der Eltern ein, lenkt den Fokus weg von den Kindern auf eine Generation junger Erwachsener, die dank jahrzehntelanger Predigt über Umweltschutz, Allergien und Ernährungslehre zu allseits wachsamen Überfürsorglern geworden sind. Bitte ja keine Billigschnuller mit BPA! Und bei den Bio-Hirsebällchen aufpassen, ob da eh kein Gluten... Wie kann man kleinen Kindern nur so viel Fleisch vorsetzen? Diese Dinge eben.

Ein Film über Eltern, oder besser: über Bobo-Eltern ist es also geworden, nicht über Kinder. Kreutzer hat sich für ihre überaus amüsante Elternstudie nicht nur im eigenen Umfeld umgehört: "Ich wohne in einer Gegend in Wien, da brauchst du nur das Fenster offenlassen und hörst draußen Dialoge, wie sie nun auch in meinem Film vorkommen", erzählt die 39-jährige Regisseurin, selbst Mutter einer inzwischen fünfjährigen Tochter. "Natürlich habe ich auch meine persönlichen Erlebnisse miteinfließen lassen und auch die meiner Freunde. Aber ein großer Teil des Films stammt aus meinen Mitschriften, die ich am Spielplatz gemacht habe."

Die befreundeten Pärchen im Film (gespielt von Andreas Kiendl, Manuel Rubey, Marcel Mohab, Pheline Roggan, Pia Hierzegger und Vicky Krieps) sind eigentlich der Meinung, es besser als andere Eltern machen zu wollen und vor allem niemals so spießig zu werden wie die anderen. Doch dann ertappen sie sich relativ schnell dabei, dass das Diskutieren über die Ausscheidungen ihrer Kleinen plötzlich wichtiger sind als die eigenen Bedürfnisse.

"Es ist ganz einfach ein Schock, festzustellen, dass die eigenen Bedürfnisse plötzlich ganz eingeschränkt sind und keinen Raum mehr haben. Das ist schon heftig, speziell am Anfang", erinnert sich Marie Kreutzer an die erste Zeit als Mutter. "Man stellt bald fest, dass man sich aufs Elternsein in keinster Weise vorbereiten kann."