Siegerfilm: "Kills on Wheels" von Attila Tills aus Ungarn. - © LetsCEE
Siegerfilm: "Kills on Wheels" von Attila Tills aus Ungarn. - © LetsCEE

Wien. Den Blick auf das zentral- und osteuropäische Kino hat das "Let’s CEE Film Festival" in den vergangenen Jahren bei seinem Wiener Publikum nachhaltig geschärft, und so ist es auch kein Wunder, wenn die Filmschau in diesem Jahr noch umfangreicher und attraktiver geworden ist.

In diesem Jahr konnten die Nachbarn aus Ungarn mit ihren Produktionen besonders punkten. Der Urania Award 2017 im Spielfilm-Wettbewerb, bei dem elf Filme am Start waren, ging nämlich nach Ungarn, und zwar an Attila Tills ebenso unterhaltsamen wie intelligenten Film "Kills on Wheels", eine originelle Gangster-Comic-Komödie, in der Laiendarsteller im Rollstuhl wie die Profis spielen.

Das Festival ehrte zudem einen der bekanntesten Regisseure Ungarns mit seinem Stern der Urania, dem Lifetime Achievement Award von Let’s CEE. Er ging an den legendären Filmemacher Béla Tarr. Die Laudatio hielt der aus Ungarn stammende österreichische Publizist Paul Lendvai. "Seid mutig, geht keine Kompromisse ein; klopft nicht an die Türen, sondern tretet sie ein", riet Béla Tarr den anwesenden jungen Filmschaffenden. Nach István Szabó ist Tarr bereits der zweite ungarische Regisseur, der mit diesem Preis ausgezeichnet wurde.

Im mit zehn Produktionen besetzten Dokumentarfilm-Wettbewerb konnte sich "A Mere Breath", ein stilles und feinfühliges Familienporträt aus Rumänien als Sieger durchsetzen, in dem die Regisseurin Monica Lãzurean-Gorgan ihre Protagonisten über sieben Jahre lang im Alltag begleitete.

Im Promising-Debuts-Wettbewerb, bei dem elf Erstlingswerke zur Wahl standen, wurde "Hristo" von Grigor Lefterov und Todor Matsanov mit dem von Tone Fink gestalteten Urania Award und damit mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Das unprätentiöse, authentische Sozialdrama über einen obdachlosen Jugendlichen ist eine bulgarisch-italienische Koproduktion.

Den Preis für die beste schauspielerische Leistung in einem Langfilm aus einem der Wettbewerbe erhielt heuer die kroatische Ausnahmeschauspielerin Ksenija Marinkovic, die gleich in drei bei Let’s CEE gezeigten Filmen zu sehen war.