Geliebt und gehasst

Youssef geht in die USA, verspricht dem Volk, das er irgendwann wiederkommt. Als arabischer Jon Stewart nennt er im Exil weiterhin die Dinge beim Namen, die man sonst nicht im Fernsehen hört. Ein Grund, warum Menschen ihn ambivalent sehen, vor allem jene in der Heimat. Die einen meinen: "Ich glaube, dass er sehr mutig ist" und "Er ist die Stimme des Volkes" oder sind noch immer erstaunt darüber, dass man einen Komödianten einfach so verhaften kann. Die anderen: "Habe ich das Recht Youssef zu töten? Wenn nicht jetzt, dann später" und "Bassem, du Memme! Du amerikanisches Schaf!". Was sagt Youssef dazu? "Entweder lieben mich die Menschen oder hassen mich zu Tode."

Sein Sarkasmus ist bitter, aber echt. Groß an die Wand hat sich Youssef in seinem ehemaligen Studio folgenden Satz gemalt: "Weil es illegal ist, Scheiße aus den Menschen rauszuprügeln." Denn eines bleibt für ihn klar: "Wir werden es nicht dulden, dass uns irgendjemand einschüchtert und terrorisiert. Wir wollen Frieden! Frieden! Da braucht niemand zu lachen. Wir haben keine andere Wahl. Und niemand wird Kreativität verhindern, außer wenn die Menschen von sich selbst aus aufhören, sich auszudrücken".

Selbst ist der Witz

Es ist ein Film über Satire und Meinungsfreiheit. Niemand kann das besser formulieren als Youssef selbst: "Will man jetzt Menschen bestrafen, nur weil sie sich einen Witz erzählen? Wenn man den Witz verbietet, ist das selbst ein Witz." Dafür setzt er fast pantomimenhaft seinen ganzen Körper ein und verwendet eine Sprache, die messerscharf unter die Haut geht: Sagt er den Diktatoren lammfromm mit stierem Blick aus blitzblauen Augen, dass sie verschwinden sollen: "Ich ermutige Sie nun, bitte den Raum zu verlassen." Sara Takslers Doku  ist ebenso läuternd wie hoffnungsvoll, denn es besteht zumindest eine Chance, dass jenen Menschen, die alles verloren haben, tunlichst ihr Humor bleibt.