Regie geführt hat der iranischstämmige Wiener Arman T. Riahi. - © Golden Girls
Regie geführt hat der iranischstämmige Wiener Arman T. Riahi. - © Golden Girls

In seinem ersten Langfilm "Die Migrantigen" (ab Freitag im Kino) erzählt Arman T. Riahi, jüngerer Bruder von Arash T. Riahi, von zwei "zu gut" integrierten Wienern mit Migrationshintergrund. Marko (Aleksandar Petrovic) und Benny (Faris Rahoma) sind so sehr integriert, dass man sie nicht mehr als Fremde wahrnimmt. Doch eine TV-Redakteurin (Doris Schretzmayer), die auf der Suche nach "typischen" Migranten auf die beiden Freunde stößt, geht ihnen auf den Leim: Für ihre TV-Doku geben sie sich als kleinkriminelle Migranten aus. Sie errichten sich eine Parallelidentität, doch das Lügenkonstrukt bringt Marko und Benny mehr und mehr unter Druck, woraus Riahis Komödie ihren charmanten Grätzl-Witz bezieht.

"Wiener Zeitung": Sie erzählen von Migranten, die zu sehr integriert sind. Wie sind Sie auf diesen Zugang gekommen?

Arman T. Riahi: Der Film ist die Umkehr von Dingen, mit denen wir ständig konfrontiert sind. Es ist eine Art Befreiungsschlag vom Sozialdrama, das immer im Zusammenhang mit Migranten auftaucht, ein Betroffenheitskino zum Thema Integration und Ausländer. Es ist auch ein Film gegen das "Über-den-Kamm-Scheren" unterschiedlicher Begriffe und unterschiedlicher Menschen, die alle unter dem großen Überbegriff Ausländer zusammengefasst werden. Wir wollten aus diesem Kanon ausbrechen und zeigen, wie viele Nuancen des Migrationshintergrundes es gibt.

Zwei Wiener mit Migrationshintergrund sind die Helden der Kinokomödie "Die Migrantigen". - © Lunafilm
Zwei Wiener mit Migrationshintergrund sind die Helden der Kinokomödie "Die Migrantigen". - © Lunafilm

Auffallend ist die große Authentizität, mit der Ihre Besetzung spielt.

Sehr viel von dem Humor im Film stammt aus unserem eigenen Leben. Ich bin 35 und habe sozusagen 35 Jahre Recherche für diesen Film gemacht. Für die Rollen von Marko und Benny haben wir zudem zwei Darsteller gesucht, die sich selbst schon ihr ganzes Leben kennen, das macht es noch authentischer. Die haben wir mit Aleksandar Petrovic als Marko und Faris Endris Rahoma als Benny auch gefunden. Mir ist es wichtig, dass die Figuren wie aus dem Leben gegriffen wirken. Man muss ihnen abkaufen, dass sie so sind wie im Film.

Das hängt auch stark mit der Sprache zusammen.

Richtig, daran haben wir am meisten gearbeitet. Die Dialoge waren im Schreibprozess besonders wichtig, zumal ich mit Aleksandar und Faris das Drehbuch im Team geschrieben habe und wir schon während des Schreibens Dinge ausprobieren konnten, ob sie klappen oder nicht.