• vom 25.08.2017, 18:00 Uhr

Film

Update: 12.10.2017, 14:37 Uhr

Viennale

"Das wird eine Viennale von Hans Hurch"




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  • In Wien wurden erste Festival-Details vorgestellt.

Franz Schwartz wird die Viennale heuer einmalig leiten - im Andenken an seinen langjährigen Freund Hans Hurch. - © apa/Pfarrhofer

Franz Schwartz wird die Viennale heuer einmalig leiten - im Andenken an seinen langjährigen Freund Hans Hurch. © apa/Pfarrhofer

Wien. (greu) Die Viennale hat bei ihrer traditionellen Sommerpressekonferenz erste Highlights ihres diesjährigen Programms präsentiert, doch Routine war daran heuer nichts: Nach dem überraschenden Tod von Viennale-Chef Hans Hurch im Juli musste das führerlose Schiff wieder auf Kurs gebracht werden - eine Metapher, die der interimistische Leiter der Viennale, der vormalige Stadtkino-Chef Franz Schwartz, bemühte: "Wenn beim plötzlichen Tod des Kapitäns ein Passagier auf die Kommandobrücke geholt wird, dann stellt das ein gewisses Risiko dar, selbst wenn dieser Passagier fast drei Jahrzehnte lang am Ruder eines Schwesterschiffes stand", so Schwartz. "Wenn aber die Crew wie das von Hans Hurch in den 20 Jahren seines Wirkens geformte Team arbeitet, dann besteht kein Zweifel, dass der Kurs beibehalten und das Schiff in den vorgesehenen Hafen einlaufen wird. Die diesjährige Viennale wird daher eine weitere Viennale von Hans Hurch sein, ein Fest für die spannendsten, eigenständigsten, lebendigsten und unverzichtbarsten Filme des Jahres." Rund 70 Prozent der Filme, die heuer zwischen 19. Oktober und 2. November gezeigt werden, sind noch von Hurch ausgewählt worden.

Sonderprogramm für Hurch
Die Viennale will aber noch mehr für Hurchs Andenken tun und ehrt ihn daher mit einem Sonderprogramm: 14 künstlerische Weggefährten Hurchs wurden gebeten, je einen Film zu benennen, den sie dem Verstorbenen widmen möchten. Ed Lachmann hat sich dabei für Wong Kar-wais Klassiker "In the Mood for Love" entschieden, während etwa Tilda Swinton Robert Bressons "Au Hasard Balthazar" ausgewählt hat.


Für das Hauptprogramm hat Hurch noch rund 200 Filme ausgewählt, darunter Highlights aus Berlin und Cannes. Viele der Spielfilme behandeln persönliche Themen und Familiäres, während die Dokus sich zusehends um globale, brisante Fragestellungen drehen.

Bei den Spielfilmen sind etwa Robin Campillos Cannes-Hit "120 battements par minute", "Western" von Valeska Grisebach oder Valerie Massadians Coming-of-Age-Liebesgeschichte "Milla" und Alain Gomis’ Frauenporträt "Felicite" zu sehen. Bei den Dokus gibt es Amos Gitais "A l’ouest du Jourdain", Romuald Karmakars "Denk ich an Deutschland in der Nacht", James Bennings "Readers" oder Hartmut Bitomskys "Shakkei. Borrowed Landscapes" zu sehen. Außerdem stehen einige Arbeiten auf dem Programm, die erst kommende Woche ihre Weltpremiere beim Filmfestival von Venedig feiern, darunter Frederick Wisemans neu das Mammut-Werk "Ex Libris" über die New Yorker Public Library. Auch Barbara Alberts neuer Spielfilm "Licht" wird nach der Weltpremiere in Toronto und der Projektion am Lido in Wien zu sehen sein.

Österreichische Filme
Aus Österreich stammen außerdem Johann Lurfs Experimentalfilm "Star" sowie Astrid Johanna Ofners "Abschied von den Eltern", der heuer bereits in Locarno zu sehen war. Im Programm ist auch Ali Soozandehs Animationsfilm "Teheran Tabu" über den Alltag im Iran und Thomas Arslans "Helle Nächte" mit Georg Friedrich, der dafür bei der Berlinale als bester Darsteller gewürdigt wurde.

Sonderprogramme widmet die Viennale heuer unter anderem der österreichischen Schauspielerin Carmen Cartellieri, die in der Zwischenkriegszeit ein Star gewesen ist, dann aber in Vergessenheit geriet. Außerdem geht die Schiene "Napoli! Napoli!" der Entstehung des Neuen Neapolitanischen Kinos aus den 1990er Jahren nach, und das Österreichische Filmmuseum widmet seine Retrospektive unter dem Titel "Utopie und Korrektur" im Oktober und November dem sowjetischen Kino der Zwischenkriegszeit respektive der Post-Stalin-Zeit.

Das Viennale-Plakat zeigt heuer eine harlekinartige Figur, eine Einritzung aus einer südfranzösischen Kirche. "Denken Sie sich dazu, was Sie wollen - es wird das Richtige sein", so Franz Schwartz.

Nach der Viennale soll die Ausschreibung der Festival-Direktion erfolgen. Im Jänner soll dann feststehen, wer ab 2018 die Viennale leitet.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-08-25 15:51:05
Letzte ─nderung am 2017-10-12 14:37:28



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