• vom 21.09.2017, 10:59 Uhr

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Update: 21.09.2017, 11:03 Uhr

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Die kleine Rolle der Frau




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Von WZ Online, Umberto Bacchi (Reuters)

  • Britische Analyse zeigt auf: Frauen spielen in Filmen meist namenlose Charaktere.

Einen Weltstar wie Judi Dench kennt jeder. Normalerweise sind weibliche Filmkarrieren kürzer und weniger spektakulär.  - © APAweb / Invision/AP, Chris Pizzello

Einen Weltstar wie Judi Dench kennt jeder. Normalerweise sind weibliche Filmkarrieren kürzer und weniger spektakulär.  © APAweb / Invision/AP, Chris Pizzello

London. In mehr als hundert Jahren britischer Filmgeschichte hat sich nichts verändert: Lediglich 30 Prozent aller Rollen werden in britischen Produktionen mit Frauen besetzt. Uns diese spielen häufig namenlose Charaktere wie Prostituierte, Hausangestellte und Krankenpflegerinnen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse zeigt. Fortschritte gab es bei der Zusammensetzung von Filmcrews.

Ein Blick hinter die Kamera verrät, warum dies so ist: Unter zehn Drehbuchautoren und Regisseuren ist nur eine Frau, gab das Britische Film Institut (BFI) bei der Veröffentlichung der "BFI Filmography" bekannt. Das erste vollständige und frei verfügbare Archiv für britische Filmproduktionen beinhaltet Daten von über 10.000 Filmen, die seit 1911 gedreht wurden. Wenig hat sich seither geändert: 1913 waren 31 Prozent der Besetzung weiblich, bei heuer gedrehten Filmen lag der Schnitt bisher bei 30 Prozent. Schauspielerinnen haben tendenziell kürzere Karrieren und machen weniger Filme als Schauspieler, zeigte die Datenanalyse. Judi Dench ist mit 41 Filmen die aktivste britische Schauspielerin, der Mann mit den meisten Rollen ist Michael Caine mit 70 Filmen.

"Mann" ist ein häufig vorkommendes Wort

"Das Wort, das in den letzten 106 Jahren in britischen Filmen am häufigsten vorgekommen ist, lautet 'man'", sagte BFI-Creative Director Heather Stewart gegenüber Reuters. Mehr als 220 Filme führen das Wort im Titel, das sind dreimal mehr als es Titel mit "woman" gibt.

"Der Kreativbranche fehlt Fantasie"

"Der sogenannten Kreativbranche scheint es an Fantasie zu fehlen", kritisiert Sam Smethers von der Fawcett Society für Frauenrechte. Die gängigen Darstellungen spiegelten das reale Leben nicht wider: Während die meisten britischen Allgemeinmediziner Frauen sind und die Londoner Polizei eine Polizeipräsidentin hat, werden solche Rollen kaum weiblich besetzt. Dies sei eine falsche Botschaft an junge Frauen, so Stewart.

Sie plädierte dafür, Rollen, die die Handlung des Films selbstständig verändern, öfter mit Frauen zu besetzen. Bei der Zusammensetzung von Filmcrews habe es bereits Fortschritte gegeben: Heute bestehen sie durchschnittlich zu 34 Prozent aus Frauen - 1913 waren es noch drei Prozent.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-09-21 11:01:10
Letzte ńnderung am 2017-09-21 11:03:39



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