Wien. Heute, Freitag, eröffnet im Wiener Metro Kinokulturhaus die Filmretrospektive "Oktober 1917. Teil 2" (10. bis 30. November), die Fortsetzung der Retrospektive zu 100 Jahren Oktoberrevolution in Russland. Gezeigt werden Arbeiten aus der Zwischenkriegszeit, dem Zweiten Weltkrieg, der Nachkriegszeit bis zur Glasnost-Ära und Perestroika, die allesamt einen cineastischen Einblick in die russische Seele ermöglichen sollen.

Einer der prägendsten Filme der frühen Sowjetunion war "Der Weg ins Leben" (1931), der erste Tonfilm der Sowjets, der sich auch international gut verkaufte. Es ging um ein Heim für die Kinder von der Straße und einen Erzieher, der seine Schützlinge unterstützte, wo er nur konnte. Kollektives Zusammenleben als Grundthema und als Grundideal eines sowjetischen Staates wird hier wie ein Musterbeispiel vorexerziert, aber dann und wann verarbeitet Regisseur Nikolai Ekk auch in leisen Zwischentönen, dass diese Form des Zusammenlebens keinesfalls gelingen muss.

"Die Intervention" (1967), hier als österreichische Erstaufführung zu sehen, spielt vor dem Hintergrund des russischen Bürgerkriegs am Schauplatz Odessa, wo man einen untergetauchten Bolschewiken sucht. Der Film konnte erst 1987 großflächig im Kino gezeigt werden, weil er vor Gorbatschows Kulturrevolution als nicht geeignet eingestuft war.

Auch auf dem Programm stehen Werke von Tarkovskij ("Iwans Kindheit", 1962), Elem Kilmov ("Herzlich Willkommen, 1964) und Aleksandr Sokurov ("Tage der Finsternis, 1988). Ein Special, bestehend aus neun Titeln, fokussiert auf die Befindlichkeit der Jugend in der Sowjetunion im Wandel der Zeiten.