Los Angeles. (bau) Jetzt erreicht die Reihe der Rücktritte in Hollywood auch das Trickfilmgeschäft: Der Chef der Disney-Animationsfilmsparte, John Lasseter, nimmt nach Vorwürfen des unangemessenen Umgangs mit Angestellten eine sechsmonatige Auszeit. Er entschuldige sich bei allen, die von ihm "unerwünschte Umarmungen" oder andere Gesten erhalten hätten, die "in irgendeiner Weise oder Form eine Grenze überschritten" hätten, schrieb Lasseter in einem am Dienstag von Disney veröffentlichten internen Memo.

Sechsmonatige Sabbatzeit


Der Oscar-gekrönte Regisseur von Erfolgsfilmen wie "Toy Story" und "Cars" räumte ein, er habe in den Animationsfilmstudios nicht ausreichend für eine Kultur von Vertrauen und Respekt gesorgt. In jüngster Zeit habe er "eine Reihe schwieriger Gespräche gehabt, die sehr schmerzhaft für mich waren". Dabei sei ihm zu verstehen gegeben worden, dass er einigen Mitarbeitern das Gefühl gegeben habe, nicht ausreichend respektiert zu werden.

Seine Angestellten hätten das Recht, ihre eigenen Grenzen zu ziehen und deren Einhaltung durchzusetzen, "egal, wie gutartig meine Absichten sind". Mit dem Disney-Management habe er sich auf eine sechsmonatige Sabbatzeit geeinigt, während der er sich über sein künftiges Verhalten klar werden wolle.

Disney hatte Pixar 2006 für mehr als sieben Milliarden Dollar übernommen.