• vom 13.03.2018, 15:58 Uhr

Film

Update: 14.03.2018, 12:17 Uhr

Diagonale

Flucht und Asyl im virtuellen Raum




  • Artikel
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Virtuelle Welten auf der Diagonale: Auch ein VR-Film der "Wiener Zeitung" ist unter den gezeigten Arbeiten.

VR-Dreh mit einer Spezialkamera mit zahlreichen Linsen. - © Seifert

VR-Dreh mit einer Spezialkamera mit zahlreichen Linsen. © Seifert

Graz/Wien. (greu/red) Virtuelle Realitäten, 360-Grad-Filme, "Augmented Reality" - diese Schlagworte beschäftigten die Filmindustrie in den vergangenen Jahren nachhaltig, ging es dem Kino immer schon um neue Seh-Erlebnisse und das Entführen in eine andere Welt. Die Diagonale in Graz begann bereits im Vorjahr, die relativ neuen Felder der Virtual Reality (VR) zu erforschen. Auch heuer öffnet das Festival neuen visuellen Erfahrungen Tür und Tor. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen entsteht im Schubertkino ein Labor, das zum Austesten, Weiterdenken und Diskutieren einlädt. Neben dem Screening von CGI-, VR- und 360-Grad-Arbeiten bieten Workshops und Präsentationen die Möglichkeit, aktuelle Technologien näher kennenzulernen.

Im Rahmen dieses Experimentier-Pools ist in diesem Jahr auch ein Projekt der "Wiener Zeitung" mit dabei: Bei "escape velocity" handelt es sich um vier Virtual-Reality-Episoden, produziert vom Wiener Film- und VR-Unternehmen "Junge Römer", die sich rund um das Thema Flucht und Asyl drehen. Bei einer dieser Geschichten führte Thomas Seifert, stellvertretender Chefredakteur der "Wiener Zeitung", Regie.

Dieses VR-Dokumentarfilm-Segment zeigt das Leben des aus Damaskus stammenden Ahmed Bilal und seiner Familie im "LM Village"-Flüchtlingscamp auf dem Peloponnes in Griechenland. Hannah Greber, freie Mitarbeiterin der "Wiener Zeitung", erzählt von der Wien-Liebe des afghanischen Flüchtlings Emran. Schon im Jahr 2015 erregte die "Wiener Zeitung" mit einer VR-Dokumentarfilm über das Flüchtlingslager Moussa Taleb im Libanon Aufmerksamkeit. Das Projekt wurde damals mit dem Wiener VR-Unternehmen VRisch umgesetzt und 2016 mit dem Prälat Ungar Journalistinnenpreis prämiert und landete auf der Shortlist des renommiertesten Journalistenpreises für den deutschsprachigen Raum, dem Henri-Nannen-Preis, der jedes Jahr vom deutschen Verlagshaus Gruner + Jahr vergeben wird.

"Die ‚Wiener Zeitung‘ war im deutschsprachigen Raum neben der ,Süddeutschen Zeitung‘, Arte und dem ORF eines der ersten Medienunternehmen, die sich mit einem aufwendigen Projekt an VR heranwagten. Diese Expertise wird die ,Wiener Zeitung‘ weiter ausbauen: Denn auch, wenn die Technologie noch in den Kinderschuhen steckt, so zeigen die Erfahrungen der Vergangenheit, dass es unumgänglich ist, von Anfang an neue Technologien zu nutzen und neue Formen des Storytellings zu entwickeln", sagt Thomas Seifert.

Neben diesen beiden VR-Dokus wurden zwei weitere Geschichten als VR-Drama umgesetzt: Der aus dem Iran geflüchtete Drehbuchautor und Regisseur Amirabbas Gudarzi erzählt die Geschichte eines iranischen Mädchens, das für seine Eltern, die kaum Deutsch sprechen, übersetzen muss und dabei in ein Dilemma gerät. Florian Binder hat die Story des Palästinensers Jihad Al-Khatib umgesetzt. Der Schauspieler Jihad - der wegen seines Vornamens immer wieder Probleme hat - ist simultan in vier Bühnenbildern zu sehen.

"Virtual Reality ist eine Empathiemaschine", sagt Andreas Fraunberger, Co-Geschäftsführer der Video-Produktionsfirma "Junge Römer". Dass vier Flüchtlingsschicksale in VR-Stories erzählt werden, liege nahe. Das Projekt "escape velocity" wurde von der Wirtschaftsagentur Wien gefördert.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-03-13 16:03:45
Letzte Änderung am 2018-03-14 12:17:02


Film

Eine Skulptur der Zeit

- © Amour Fou Filmproduktion Heute erzählen einem die Karten jeder Handy-App, wohin man fahren muss und wie man Staus vermeidet. Das war nicht immer so... weiter




Papst Franziskus - Ein Mann seines Wortes

Der Papst als Lichtgestalt

Ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Welt: Papst Franziskus im Interview vor der Kamera von Wim Wenders. - © Universal Pictures Filme über Päpste gibt es viele. Filme mit einem Papst jedoch nicht. Bisher nicht. Denn nun hat der deutsche Regisseur Wim Wenders... weiter




Filmkritik

Ungemach im Dinopark

Der T-Rex und der Saurierflüsterer (Chris Pratt) flüchten vor einer gewaltigen Lava-Masse. Das macht sie trotzdem nicht zu Freunden. - © Universal Steven Spielberg hatte 1993 mit "Jurassic Park" eine Benchmark im Hollywood-Spektakelkino gelegt, die andere und er selbst seither mehrfach und... weiter





Werbung



Meinung

Der ORF braucht dringend Lob

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen, lautet ein altes Sprichwort. Und wenn gerade keines ansteht, kann man ja trotzdem feiern... weiter





Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Erfolg für die Bösewichte des "Lohengrin"
  2. Im Warteraum der Hölle
  3. Seelenhygiene mit Mahler
  4. Vom Hudeln kommen die Kinder
  5. "Versungen und vertan"
Meistkommentiert
  1. Viel internationales Lob für Armin Wolf
  2. Liebesgrüße aus der Lederhose
  3. "Zukunftsentscheidend und schicksalhaft"
  4. Onkel Wanjas Reizwörter
  5. "Drahdiwaberl"-Gründer Stefan Weber ist tot

DVD & Bluray

The 100, Staffel 4

- © Warner Weil die Atomreaktoren auf der Erde schmelzen und bald ein Inferno auslösen werden, fragen sich die Überlebenden, wofür sie angesichts des nahenden... weiter




DVD & Bluray

Berlin Falling

- © Warner Der Ex-Elitesoldat Frank kann seine Kriegserlebnisse nicht abschütteln und dröhnt sich zwecks Vergangenheitsbewältigung mit Alkohol zu... weiter





Shepard Fairey vor seinem Mural am Wiener Flughafen.

Eleni Foureira aus Zypern während ihres Probe-Auftritts in Lissabon.  Fritz G. Mayer, Fritz Wotruba, Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit, Außenansicht, Wien 23, 1974–1976.

Das Siegerfoto mit dem Titel "Venezuela Krise", es zeigt einen 28-jährigen Mann mit brennendem Oberkörper während heftiger Proteste gegen Präsident Nicolas Maduro in Caracas im Mai 2017.  Romy Schneider wurde am 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien geboren. Die Schauspielerei ist ihr in die Wiege gelegt geworden: Ihre Eltern und sogar ihr Ururgroßvater waren Schauspieler. Ihren Künstlernamen verwendete sie kurz nach ihrer ersten Filmrolle in den 1950ern.

Quiz




Werbung