Es gab bereits einige Versuche, klassische US-Genres nach Österreich zu importieren - und vielfach ist es gelungen, den Vorbildern Paroli zu bieten. Sei es nun Andreas Prochaskas "In drei Tagen bist du tot"-Duett, in dem Sabrina Reiter ab 2006 mysteriöse SMS erhielt und rundherum gestorben wurde, oder sei es in dem Western "Das finstere Tal" (2014), ebenfalls von Prochaska inszeniert, in dem das Western-Genre in ein Tiroler Alpendorf importiert wurde - diese Filme waren große Publikumserfolge (in österreichischen Maßstäben). Und auch weitere Genre-Experimente wie Marvin Krens "Rammbock" (2010) und "Blutgletscher" (2013) sorgten für Furore, oder auch Dominik Hartls "Angriff der Lederhosenzombies" (2015), der erste österreichische Zombiefilm, bei dem ein Blutbad zu den Klängen des Donauwalzers angerichtet wird.

Hartl ist es nun auch, der konsequent den Weg weiterging, Genre-Stoffe für das Kino aufzubereiten - ausgerechnet mit einer Produktionsfirma, die sonst hauptsächlich für das Fernsehen tätig ist: Die Gebhardt Productions von Produzent Florian Gebhardt haben in den letzten Jahren das Comedy-Programm des ORF maßgeblich geprägt. Doch jetzt war die Zeit reif fürs Kino.

Horror-Maturareise


"Die letzte Party deines Lebens" (derzeit im Kino) heißt das Produkt von Gebhardt und Hartl - es ist ein Teenie-Horror-Thriller aus der klassischen "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast"-Abteilung: Die Story mäandert um eine Maturaklasse, die auf einer kroatischen Insel beim Veranstalter "X-Jam" eine Maturareise gebucht hat - dort feiern jedes Jahr tausende Maturanten ausgelassen ihren Schulabschluss. Doch bei all der Party trübt bald das mysteriöse Verschwinden einzelner Schüler das Vergnügen. Wenn sie wieder auftauchen, dann als massakrierte Leichen. Welches dunkle Geheimnis hat diese Schulklasse, dass ihr jemand kollektiv nach dem Leben trachtet?

Regisseur Hartl, 1983 in Schladming geboren: "Die Maturareise ist für viele der Höhepunkt der Schullaufbahn. Wer hier herkommt, möchte etwas Außergewöhnliches erleben, eine Party, die man nie vergessen wird, kurz bevor der Ernst des Erwachsenenlebens losgeht. Der Film dreht sich um Freundschaften in dieser Phase des Lebens. Um die undurchsichtigen Gruppendynamiken von Schulklassen, die ohne ersichtlichen Grund manche zu Außenseitern und andere zu Alpha-Tieren machen." Hartl bezeichnet "Die letzte Party deines Lebens" als "Vorglühfilm". "Einer, den man sich im Kino mit Freunden anschaut, um im Anschluss noch auszugehen. Es gibt aber auch viele Horror-Thriller- Elemente und Gänsehaut-Szenen. Vorbilder gab es hier natürlich viele: von ‚Scream‘ bis zu ‚Spring Breakers‘."