• vom 13.05.2018, 07:30 Uhr

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Auf Entdeckungsreise in Japan




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Von Matthias Greuling

  • Regisseur Wes Anderson hat "Isle of Dogs" als Hommage an die japanische Kultur angelegt.

Übt filmisch Gesellschaftskritik: Wes Anderson. - © reuters/B. McDermid

Übt filmisch Gesellschaftskritik: Wes Anderson. © reuters/B. McDermid

Wien. Des Menschen liebste Vierbeiner stehen im Zentrum von Wes Andersons neuem Animationsfilm "Isle of Dogs", in dem sich der US-amerikanische Regisseur bereits zum zweiten Mal nach "Der fantastische Mr. Fox" mit der Stop-Motion-Animationstechnik befasst hat. Der Film ist eine spaßige Turbulenz, in der auch viel Ernst steckt: Weil die Hunde im Japan der Zukunft ihre Herrchen mit gefährlichen Grippeviren verseuchen, beschließt die Regierung, sie allesamt auf eine abgelegene Insel, die als Mülldeponie genutzt wird, zu verbannen. Das lassen sich die ausgesetzten Köter natürlich auch nicht so ohne weiteres gefallen und versuchen den Ausbruch.

Andersons japanische Hunde-Fabel ist amüsant, manchmal auch albern, immer aber mit dem ernsten Unterton durchsetzt, dass wir uns gefälligst überlegen sollten, wie wir miteinander umgehen und als was wir einander eigentlich sehen. Moralische Einsichten, die allerdings so harmlos daherkommen, dass es schon fast ein Kinderfilm sein könnte.


Hommage an Japan
Seinen schrägen Humor hat sich Anderson beibehalten, daneben zollt er auch seiner Liebe zum japanischen Kino Tribut und zitiert munter von Kurosawa bis Hayao Miyazaki. Stars (und Anderson-Freunde) wie Bill Murray, Edward Norton, Jeff Goldblum und Tilda Swinton leihen den Hunden im Original ihre Stimmen.

"Das Schöne bei Animationsfilmen ist: Die Stars können nicht wirklich sagen, sie hätten dafür keine Zeit", lacht Wes Anderson. "Denn diese Sprachaufnahmen dauern nicht lange und man kann sie wirklich immer und überall machen, auch bei ihnen zu Hause. Es gibt einfach keine Ausreden, das hat enorm geholfen, die Truppe zu überzeugen", so Anderson. Dass der Film in Japan spielt, sei seiner Liebe für die japanische Kultur geschuldet, so Anderson. "In Wahrheit könnte der Film überall spielen, aber ich liebe das japanische Kino sehr und wollte eine Hommage daran gestalten. Das wuchs sich schnell aus in eine Hommage an Japan und seine Kultur im Allgemeinen", sagt Anderson. "Isle of Dogs" hat der Filmemacher, der selbst kein Wort Japanisch spricht, übrigens mit einem besonderen Trick aufgepeppt: Während man die Sprache der Hunde als Zuschauer versteht (sie sprechen je nach Synchronfassung Englisch oder Deutsch), sprechen alle Japaner im Film japanisch - und zwar ohne Übersetzung oder jegliche Untertitel. "Mir war das sehr wichtig, weil ich dadurch der Kultur am treffendsten Tribut zollen konnte, finde ich. Und das beste am Kino ist ja, wenn wir durch unser eigenes Unwissen - in diesem Fall durch die Unkenntnis der japanischen Sprache - dazu angehalten werden, auf eine intensive Entdeckungsreise zu gehen und Bilder und Töne neu zu lesen und interpretieren zu lernen", sagt Anderson.

Universelle Themen
Das Japanische steht einfach für sich. Und sehr schnell findet man als Zuschauer heraus: Man versteht vielleicht nicht die einzelnen Worte oder Sätze, die die Japaner sagen, aber trotzdem versteht man, was damit gemeint ist. Universell wie die Themen des Films eben. Anderson ist übrigens selbst Hundebesitzer und hat seinen Hund Chief auch im Film verewigt. "Er hat mich zu vielen Szenen inspiriert", sagt der Regisseur. Und so ist "Isle of Dogs" trotz der Universalität seiner Themen doch irgendwie ein intimer Familienfilm geworden.




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