• vom 15.05.2018, 17:54 Uhr

Film

Update: 16.05.2018, 08:56 Uhr

Cannes 2018

"Meine Figuren sind sehr amerikanisch"




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Von Matthias Greuling

  • John Travolta ist in Cannes und outet sich als Hobbykoch.

Travolta, 64, ist inCannes, um hier sein Mafia-Drama "Gotti" vorzustellen, in dem auch seine Ehefrau Kelly Preston mitwirkt. - © Katharina Sartena

Travolta, 64, ist inCannes, um hier sein Mafia-Drama "Gotti" vorzustellen, in dem auch seine Ehefrau Kelly Preston mitwirkt. © Katharina Sartena

"Das Wichtigste", sagt John Travolta, "ist die Familie. Die gibt mir all die Energie, um auch nach vierzig Jahren Hollywood weiterarbeiten zu können". Travolta, 64, ist in Cannes, um hier sein Mafia-Drama "Gotti" vorzustellen, in dem auch seine Ehefrau Kelly Preston mitwirkt. "Ich finde es toll, dass ich nicht nur meine Familie immer dabei haben kann, sondern, dass wir auch gemeinsam arbeiten." Während des Interviews im Hotel Carlton erzählt Travolta, dass auch die beiden Kinder immer dabei sind. "Die sitzen einen Stock tiefer im Hotelzimmer". Und seine Frau, mit der er inzwischen 27 Jahre verheiratet ist, findet das außergewöhnlich. "27 Jahre sind lange, vor allem in Hollywood-Maßstäben. Da zählen diese Jahre soviel wie 60", lacht Preston.

Logistisch gesehen ist das Leben des Superstars und Kult-Mimen Travolta recht aufwändig. "Ich bin froh, dass sie alle so gern reisen wie ich. Bei Dreharbeiten habe ich sie immer dabei, wir mieten uns ein Haus, die Kinder erhalten Privatunterricht. Mir ist es ganz wichtig, immer alle um mich herum zu haben. Wir veranstalten Abends gerne Wettkochen wie im Fernsehen. Ich gewinne dabei natürlich stets".

Sein nächstes Projekt startet Travolta in zwei Wochen in Savannah, Georgia, und die Familie hat für die Zeit der Dreharbeiten schon ein Haus vor Ort gemietet. Für jemanden mit dem Einkommen eines Filmstars natürlich kein Problem.

Travolta weiß um die Leinwand-Ikonen, die er in seiner langen Karriere geschaffen hat. Das Film-Musical "Grease" feiert dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen, in Cannes wird der Film deshalb in Travoltas Anwesenheit auf dem öffentlichen Open-Air-Kino "Cinéma de la plage" am Strand gezeigt. "Ich habe viele Figuren gespielt, die in Erinnerung geblieben sind. Ich war aber nie der Schauspieler, der sich selbst in die Figuren eingebracht hat, sondern habe immer bloß versucht, das, was der Autor und der Regisseur im Sinne hatten, mit Leben zu füllen. Ich bin nicht der Meinung, dass man als Schauspieler viel aus sich selbst schöpfen muss", sagt Travolta, dessen Karriere als Style- und Tanz-Ikone begann. "Sie wissen ja gar nicht, wie schwierig es war, in eine normale Disco zu gehen und dort vor normalem Publikum zu tanzen. Ich habe jahrelang gebraucht, um das zu überwinden. Ich fühlte mich nämlich immer beobachtet, weil alle dachten, ich bin doch dieser Tänzer aus dem Film und müsse ordentlich Gas geben. Meist stand ich deshalb nur rum und wippte bloß ein bisschen mit."

Dass Travolta trotz seiner Popularität im Mainstream-Kino eigentlich aus einer künstlerisch anderen Ecke kommt, überrascht. "Meine Eltern nahmen mich als Kind in alle möglichen Filme mit, die mich schwer beeindruckten; sie stammten meist aus Europa. Ich bin in dieser Hinsicht sehr europäisch geprägt". Die Kultfiguren auf der Leinwand lassen jedoch vermuten, dass Travoltas Befindlichkeiten schon sehr amerikanisch sind, oder? "Das kann man so nicht sagen. Ich liebe Amerika, aber ich bin sicher nicht durch und durch amerikanisch. Oder lassen Sie es mich anders formulieren: Am amerikanischsten bin ich in den Rollen, die Kultstatus erlangt haben. Und auch nur in diesen".





Schlagwörter

Cannes 2018, John Travolta

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-05-15 17:55:13
Letzte Änderung am 2018-05-16 08:56:07



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