"Ich habe Harrison Ford getroffen, und er hat mir Tipps gegeben", sagt Alden Ehrenreich. "Er sagte, was er über die Figur von Han Solo denkt, und er sagte auch, dass ich das nicht weitererzählen dürfe, falls ich gefragt würde". Beim Pressejunket zum neuen "Star Wars"-Spin-off in Cannes, wo "Solo: A Star Wars Story" gerade seine Europapremiere gefeiert hat, wird viel gesagt, aber wenig verraten. Das ist so bei einer Franchise wie "Star Wars": Alles hier soll ein Geheimnis bleiben, soll dem Mythos zuarbeiten, den George Lucas dereinst begründet hat und der seit der Übernahme der Rechte durch Disney in immer kürzeren Abständen mit immer neuen Filmen und Spin-Offs überladen wird. "Solo" kommt nur wenige Monate nach "Episode VIII" heraus, für so manchen klingt das nach Ausschlachten, viele fürchten um das Ende des Mythos.

"Das kann man so nicht sagen", verteidigt Regisseur Ron Howard die Vorgehensweise von Disney. "Nach diesem Abenteuer wird es erst Ende 2019 einen nächsten Film geben. Das ist eine lange Zeit".

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Ron Howard hat die Regie bei "Solo" übernommen, als der Film bereits zu 90 Prozent fertig war. Zuvor hatte sich Disney mit dem "Lego Movie"-Regieduo Phil Lord und Christopher Miller über kreative Entscheidungen überworfen, die beiden wurden durch Howard ersetzt. "Das war für mich eine neue Situation, denn normalerweise plane ich meine Filme von Anfang bis Ende. Hier in letzter Minute an Bord zu kommen, war schon eine Herausforderung, zumal wir etliche Szenen neu drehen mussten", so Howard. In welchem Umfang und welche Szenen dies waren, dazu will Howard nichts sagen - um den Mythos zu schützen. "Der Film soll der Fangemeinde Unterhaltung bringen, und sie nicht davon ablenken, weil sie gewisse Szenen suchen". Viel geredet, aber wenig gesagt eben.

Genau wie im Film: Dort ist Alden Ehrenreich ein wenig mit der ikonenhaften Kultfigur Han Solo überfordert, auch, weil ihm das Script außer vieler und überladener Weltraumschlachten wenig Raum für Charaktertiefe gibt. Zwar erfahren die "Star Wars"-Fans, wie Han Solo zu seinem Namen und zum Millennium-Falken kam - Geheimnisse, die man nach 40 Jahren "Star Wars" endlich lüften darf - aber insgesamt wirkt "Solo: A Star Wars Story doch wie ein eher lieblos aneinandergereihtes James-Bond-Abenteuer im Weltall. Die Fans werden den Film trotzdem lieben.

Für Alden Ehrenreich ist der Beginn im "Star Wars"-Franchise nun gesetzt. "Ich kann mir gut vorstellen, weitere Filme zu drehen und wieder in Han Solos Rolle zu schlüpfen", sagt er. Der Filmreihe würde es dennoch guttun, wenn jetzt erst einmal eine längere Pause einkehrt.