Die Idee zu der Seite hatte die Fernsehproduzentin Ceyda Kalafatcioglu gemeinsam mit ihrem Partner. Das Paar selbst beherbergt fünf Straßenkatzen in seiner Wohnung. "Wir mussten sie nicht suchen, sie haben uns gefunden", sagt Kalafatcioglu.

Da ist zum Beispiel Kater Hooky, den sie auf der Straße liegend mit einer zerfetzten Pfote fanden und dem ein Vorderbein amputiert werden musste. "30 Prozent der Straßenkatzen haben Verletzungen", schätzt Kalafatcioglu. Genau wie Sable kennt auch sie die Horrorgeschichten, etwa dass dem Tierfutter Nägel oder Zigarettenstummel beigemischt werden. Filme wie "Kedi" empfindet auch sie als romantisierend. Denn: "Die meisten Tiere krepieren doch jämmerlich."

Auf ihrer Homepage gibt es Infomaterial und Lehrvideos zum Herunterladen, etwa zu den Vorteilen der Kastration und Sterilisation. Doch Kalafatcioglu ist frustriert. Denn Unterstützung für Sterilisationen gibt es kaum: "Der Eingriff ist für viele undenkbar, weil er gegen die Natur ist. Und wir werden für unsere Aufklärung manchmal angefeindet."

Trotz ihrer tatkräftigen Eigeninitiative und immens vieler Medienberichte ist die Resonanz nicht so wie erwartet. "Wir brauchen Tierärzte, mehr Engagement von den Leuten", betont sie. "Jede Straße in Istanbul braucht einen Freiwilligen, der sich um die Tiere kümmert." Sie weiß allerdings auch: "Das ist eine naive Hoffnung. Die Leute sind einfach zu bequem."