Die Europäische Filmakademie hat sich erneut für den inhaftierten ukrainischen Regisseur Oleg Senzow (41) eingesetzt. Dieser befindet sich seit Mitte Mai in einem unbefristeten Hungerstreik. "Wir machen uns große Sorgen und verlangen erneut, dass seine Sicherheit gewährleistet wird und er sofort und bedingungslos freigelassen wird", erklärten die  Akademie-Vorstände Agnieszka Holland und Wim Wenders.

Unterstützt wird der am Freitag in Berlin veröffentlichte Appell von weiteren prominenten Regisseuren wie Ken Loach, Aki Kaurismäki, Volker Schlöndorff und Bertrand Tavernier. "Lasst Oleg nicht sterben!", heißt es. Die Filmakademie vergibt den Europäischen Filmpreis und gilt als Stimme der Kinoschaffenden.

Der Regisseur ist seit 2014 in Russland inhaftiert. Er will den Hungerstreik laut Medien erst beenden, wenn alle ukrainischen politischen Gefangenen, die sich auf dem Territorium der Russischen Föderation befinden, frei gelassen sind.

Senzow wurde nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 201 von einem russischen Militärgericht trotz internationaler Proteste zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt. Ihnen wurde vorgeworfen, Anschläge vorbereitet und verübt zu haben.

Der mitangeklagte ukrainische Ökologe Oleksandr Koltschenko erhielt zehn Jahre. Bei der Verhandlung widerrief der Zeuge der Anklage, Gennady Afanasyev, seine Aussage und erklärte, sie sei durch Folter erpresst worden. Amnesty International bezeichnete das Verfahren als unfair.

Senzow, der im Nordwesten Sibiriens seine Haftzeit absitzt, bestreitet alle Vorwürfe vehement.