• vom 19.06.2018, 09:00 Uhr

Film

Update: 19.06.2018, 11:38 Uhr

Kampfsport

Blöder Spruch, Daumenbruch!




  • Artikel
  • Lesenswert (10)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Mathias Ziegler

  • Filmemacher Flo Convey über seine Independent-Sportkomödie "Die Rückkehr des Daumens".

An die Daumen, fertig, los: Klaus Bandl (l.) fordert Flo Convey (Lukas), Markus Giefing (Coach Steve) fiebert mit. - © Flo Convey

An die Daumen, fertig, los: Klaus Bandl (l.) fordert Flo Convey (Lukas), Markus Giefing (Coach Steve) fiebert mit. © Flo Convey

Daumenwrestling ist ein brutaler Kampfsport, wenn man ihn ernsthaft betreibt. Oder zumindest ist es Flo Convey und seinen Kollegen gelungen, die Kampfszenen in ihrer neuen Sportkomödie "Die Rückkehr des Daumens" brutal aussehen zu lassen. "Wir haben natürlich eine dynamische Kamera benutzt, aber es war für uns Darsteller schon sehr hart. Die Leute haben sich da richtig durch die Gegend geschmissen", erzählt Convey, der als Co-Autor, Regisseur und Schauspieler fungiert hat - eine Abwechslung von seinen sonstigen Engagements in der Werbebranche.

Derzeit sucht er einen Verleih, der seinen Independent-Film in die Kinos bringt. Finanziert wurde das Projekt aus der eigenen Tasche, neben viel Herzblut stecken in dem Projekt nur "ein paar tausend Euro, hauptsächlich fürs Licht, für die Verpflegung der Mitwirkenden und für die Postproduktion". Um Förderungen hat Convey im Gegensatz zu früheren Projekten - "einmal habe ich eine Förderung bekommen, zweimal nicht" - diesmal nicht angesucht. "Erstens ist das ohne Produktionsfirma schwierig, und zweitens war besonders dieses Projekt in einer schriftlichen Einreichung schwer zu beschreiben."

Rocky trifft Spira

Wer den Film sieht, versteht sofort, was er meint. Die Wurzeln der Handlung liegen im Daumenwrestling-Kurzfilm "Thumb of the Tiger - Die Lukas Niedevsky Story", den Convey (als Lukas Niedevsky) mit derselben Crew einige Jahre früher gedreht hat. "Die Rückkehr des Daumens" spielt zehn Jahre später: Lukas wurde der Daumenwrestling-Meistertitel - den er in "Thumb of the Tiger" erobert hatte - aberkannt, und er hat sich in seinen Yoga-Garten zurückgezogen, während sein abgehalfterter Trainer Coach Steve mit einem neuen Schützling verzweifelt am Comeback arbeitet. Dabei kommt ihm sein alter Intimfeind King Gustl (Alexander Linhardt glänzt als schmieriger Ungustl) in die Quere, und es gibt wieder brutale Duelle. "Wir haben da echt fünf, sechs Minuten am Stück gekämpft und mussten dann einmal ordentlich durchschnaufen. Auch der Bodybuilder, der dabei war", erzählt Convey.

Apropos Bodybuilder: Neben proletoiden Typen (in Gestalt von Coach Steve) wird im Film auch die Fitness-Szene aufs Korn genommen. "Mir war dabei aber von Anfang an wichtig, dass wir keine Klamauk-Proleten-Komödie machen, sondern eine gewisse Tiefe hineinbringen, mit echten Schicksalen, ein bisschen Drama - und auch einer gewissen Hommage an pathetische US-Sportfilme", betont Convey. "Wir wollten weg vom oberflächlichen Humor." Also stecke schon mehr Rocky als Mundl Sackbauer drin.




weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-18 17:37:30
Letzte Änderung am 2018-06-19 11:38:39


Aufbruch zum Mond

Mission ohne Plan B

Ryan Gosling spielt Neil Armstrong in Damien Chazelles erdiger Verfilmung der Mondlandung. - © Universal Wenn Damien Chazelle mit Ryan Gosling zum Mond reist, dann ist schon aufgrund der Mitwirkung dieser beiden Personen davon auszugehen... weiter




Filmkritik

Gutherzig gegen lasziv

Wenn man um einen kleinen Gefallen gebeten wird, kann das ziemlich ausarten. So passiert es der mäßig erfolgreichen Mom-Bloggerin Stephanie (Anna... weiter




Filmkritik

Stationen eines Exponats

Anfang des 18. Jahrhunderts wurde Angelo Soliman aus Afrika nach Europa verschleppt. Eine Comtesse nimmt sich seiner an, spendiert ihm Erziehung... weiter





Werbung



Kommentar

Meinung? Unerwünscht!

Vor ein paar Monaten haben sich die Schweizer in einer Volksabstimmung dafür entschieden, weiterhin Gebühren für ihren öffentlich-rechtlichen Rundfunk... weiter





Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Schweigen im Blätterwald
  2. Comic-Legende Stan Lee ist tot
  3. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
  4. Höhenflüge
  5. Dero Hochwohllöblichkeit
Meistkommentiert
  1. Lang lebe Europa!
  2. Kritik an finnischem Rechts-Metal-Konzert in Wiener Club
  3. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
  4. Presserat rügt "Wochenblick"
  5. Weißes Haus verteidigt sich mit Fake-Video

DVD & Bluray

The 100, Staffel 4

- © Warner Weil die Atomreaktoren auf der Erde schmelzen und bald ein Inferno auslösen werden, fragen sich die Überlebenden, wofür sie angesichts des nahenden... weiter




DVD & Bluray

Berlin Falling

- © Warner Der Ex-Elitesoldat Frank kann seine Kriegserlebnisse nicht abschütteln und dröhnt sich zwecks Vergangenheitsbewältigung mit Alkohol zu... weiter





Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.

Tilda Swinton in einem Haute Couture Kleid des Designers Schiaparelli - das sich sogar in den Schuhen und Handschuhen optisch fortsetzt. Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta.

Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959. Bille August.

Quiz




Werbung