• vom 19.06.2018, 09:00 Uhr

Film

Update: 19.06.2018, 11:38 Uhr

Kampfsport

Blöder Spruch, Daumenbruch!




  • Artikel
  • Lesenswert (10)
  • Drucken
  • Leserbrief





Und auch Elizabeth T. Spira lässt grüßen. Für die erste Hälfte des Films, in der ein Kamerateam Coach Steve begleitet, ließen sich Convey und seine Kollegen durchaus von Spiras "Alltagsgeschichte" inspirieren. Gedreht wurde auch in einer kleinen Wohnung im 10. Bezirk, in der Hauptdarsteller Markus Giefing (Coach Steve) auf einem Sofa sitzt und die Reporter in die Welt des Daumenwrestlings einführt. Er stellt ihnen seinen neuen Titelanwärter vor, bevor es ans Eingemachte geht: Es folgen Training, Turniere, eine furchtbare Niederlage samt Daumenbruch und die Suche nach Lukas, der wieder für ihn in den Ring steigen soll.

14 Drehtage in 20 Monaten

Wie diese Geschichte ausgeht und welche charakterliche Wandlung Coach Steve vollzieht, war von Anfang an festgelegt - der Weg dorthin hat allerdings "immer wieder kleine Abzweigungen in unerwartete Richtungen genommen", erzählt Convey. Das hat damit zu tun, dass die in Summe nur 14 Drehtage sich durch den Charakter des Projekts auf insgesamt 20 Monate verteilt haben. "Nach jedem Drehtag war für alle anderen einmal ein, zwei Monate Stille, während ich mir das Material in Ruhe angeschaut, geschnitten und überlegt habe, wie wir weitermachen könnten. Und dann musste wieder ein gemeinsamer Drehtermin gefunden werden."

Wenn dann alle wieder zusammenkamen, brachten neben Convey auch die anderen neue Ideen ein, die am Set spontan umgesetzt wurden. "Das hat dem Film ein paar neue Richtungen gegeben." Am Ende dürften geschätzte 40 Prozent der Handlung und der Dialoge im Endprodukt dem ursprünglichen Drehbuch entsprechen. "Das Gerüst ist dasselbe: der Anfang, das Ende und der Weg der Hauptfiguren - aber mitten in dem Prozess sind auch ganze Figuren neu entstanden, weil es sich ergeben hat", erzählt Convey. Zum Beispiel gibt es jetzt eine nicht unwichtige weibliche Nebenrolle, die zunächst gar nicht im Skript stand. "Aber wir sind mittendrin draufgekommen, dass wir sie brauchen."

Die Zuschauer wird es freuen, dass Convey und sein Team sich diese künstlerischen Freiheiten genommen haben, die sonst nicht so leicht möglich sind. "Ein Produzent hätte mich als Regisseur wahrscheinlich auf den Mond geschossen", bekennt Convey freimütig. "Aber das ist halt der Vorteil, wenn man nur sich selbst gegenüber verantwortlich ist."


zurück zu Seite 1




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-18 17:37:30
Letzte Änderung am 2018-06-19 11:38:39


Filmkritik

Von Tanz und Terror

Dakota Johnson spielt eine junge amerikanische Tänzerin im Berlin des Jahres 1977. - © Amazon Studios Der Begriff Remake ist im Mainstream inzwischen die Auszeichnung für größtmögliche Phantasie- und Ideenlosigkeit. Das gilt allerdings nicht für die... weiter




Filmstarts

Neu im Kino

Die Frau als Gefahr (vf) Auch wenn der Filmtitel "#Female Pleasure" vielleicht etwas Schlüpfriges vermuten lässt, ist es genau dieser Widerspruch... weiter




Filmkritik

Macht den Reinblütigen!

Der zweite von fünf Teilen der "Phantastischen Tierwesen" spielt im Jahre 1927. Zuvor wurde der Zauberer Grindelwald enttarnt und festgenommen... weiter





Werbung



Kommentar

Helga Beimer gibt auf

Es ist ein Schock, der nur damit vergleichbar wäre, wenn der ORF den "Moneymaker" einstellen würde. Am Freitag wurde bekannt, dass die ARD gedenkt... weiter





Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Tiefe des Meeres im Krieg
  2. Der Ursprung der Wiederholung
  3. Im Inselreich der Affekte
  4. Die Nestroy-Preise wurden verliehen
  5. Zerrbild der Ideenträger
Meistkommentiert
  1. Lang lebe Europa!
  2. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
  3. Kritik an finnischem Rechts-Metal-Konzert in Wiener Club
  4. Presserat rügt "Wochenblick"
  5. Venus, Warhol oder Papagei

DVD & Bluray

The 100, Staffel 4

- © Warner Weil die Atomreaktoren auf der Erde schmelzen und bald ein Inferno auslösen werden, fragen sich die Überlebenden, wofür sie angesichts des nahenden... weiter




DVD & Bluray

Berlin Falling

- © Warner Der Ex-Elitesoldat Frank kann seine Kriegserlebnisse nicht abschütteln und dröhnt sich zwecks Vergangenheitsbewältigung mit Alkohol zu... weiter





Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.

Quiz




Werbung