• vom 12.07.2018, 16:50 Uhr

Film

Update: 13.07.2018, 12:11 Uhr

Interview

Mr. Jurassic Park im Outback




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Von Matthias Greuling

  • Sam Neill über den australischen Rassismus-Western "Sweet Country" und seine Zeit im "Jurassic Park".

Auf der Flucht ist ein Aborigines-Paar nach rassistischer Hetze und einer tödlichen Notwehr. - © Thimfilm

Auf der Flucht ist ein Aborigines-Paar nach rassistischer Hetze und einer tödlichen Notwehr. © Thimfilm



Sam Neill hat "Jurassic Park" nie bereut.

Sam Neill hat "Jurassic Park" nie bereut.© Katharina Sartena Sam Neill hat "Jurassic Park" nie bereut.© Katharina Sartena

Vielen gilt Sam Neill als "Mr. Jurassic Park", weil er in der Rolle des Dr. Grant ein Millionenpublikum dazu ermahnte, dass menschliches Gott-Spielen keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen sei. So, wie die Dinge damals, 1993, im "Jurassic Park" von Steven Spielberg aus dem Ruder gelaufen sind, so laufen sie auch heute noch schief - im inzwischen fünften Sequel der Franchise, das kürzlich ins Kino kam.

Sam Neill hat inzwischen deutlich Abstand von der Rolle genommen, wenngleich er ihr "ungemein viel" verdankt, wie er im Gespräch zugibt. Dort sagt er auch, wie zeitgemäß sein neuer Film "Sweet Country" (jetzt im Kino) ist. Der australische Western erzählt von einem Aborigine im staubigen Outback des australischen Nordens, der 1920 in Notwehr einen Weißen erschießt und danach fliehen muss.

"Wiener Zeitung": Mr. Neill, "Sweet Country" thematisiert Rassismus und Unterdrückung der Aborigines im Australien der 1920er Jahre. Man hat den Eindruck, so weit von heute entfernt ist das gar nicht.

Sam Neill: Das sehe ich genauso. Wir erzählen hier eine schwierige Phase der australischen Geschichte, weil es damals ganz ungeniert zu offenem Rassismus kam. Und gleichzeitig stellen wir fest, dass es diese Übergriffe auch heute wieder gibt. In den USA laufen Nazis durch die Straßen! Nach 1945 hatte man gesagt: Nie wieder, aber die Menschen tendieren dazu, zu verdrängen und zu vergessen. Das finde ich traurig.

Warwick Thornton, der Regisseur, hat selbst indigene Wurzeln. War es ihm ein Anliegen, mit dem Film einen Brücke ins Jetzt zu schlagen und zu zeigen, dass sich nicht viel geändert hat?

Uns war schon während der Dreharbeiten bewusst, wohin die Weltlage steuert. Wir haben den Film im Sommer 2016 gedreht, da war natürlich schon absehbar, wie sich die Stimmung auf der Welt ändert, wo es wieder offenen Rassismus gibt, wo Flüchtlinge abgewiesen werden, wo die Menschlichkeit nichts mehr zählt. Insofern ist diese Grundstimmung sehr wohl auch in die Dreharbeiten eingeflossen.

Mit welchen Problemen sind die Aborigines in Australien bis heute konfrontiert?

Es ist eine grundsätzliche Einstellung, die nicht stimmt. Man muss sich das so vorstellen: Die Aborigines bekamen erst 1967 das Recht zu wählen! Bis dahin galten sie in Australien mehr oder weniger als Bestandteil von Flora und Fauna. Ich finde das unbegreiflich!

"Sweet Country" ist Ihr erster Western.

Ja, und ich muss sagen: Ich liebe dieses Filmgenre. Nicht nur, weil es das amerikanischste aller Filmgenres ist, sondern weil es auch eine ganz bodenständige Filmarbeit bedeutet. Man dreht den ganzen Tag in der freien Natur, und überall sind Pferde.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-12 16:56:05
Letzte Änderung am 2018-07-13 12:11:43


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