• vom 19.08.2018, 07:00 Uhr

Film


Ku-Klux-Klan

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Von Matthias Greuling

  • "BlacKkKlansman" von Spike Lee, ab Donnerstag im Kino, seziert brutalen US-Rassismus und Ku-Klux-Klan-Wahn.

Regisseur Spike Lee mit Topher Grace und Adam Driver (r.) am Set von "BlacKkKlansman". - © APAweb, ap, David Lee/Focus Features

Regisseur Spike Lee mit Topher Grace und Adam Driver (r.) am Set von "BlacKkKlansman". © APAweb, ap, David Lee/Focus Features



Ron Stallworths Klan-Mitgliedsurkunde.

Ron Stallworths Klan-Mitgliedsurkunde.© UPI Ron Stallworths Klan-Mitgliedsurkunde.© UPI

Man müsste diese Geschichte für ein Hirngespinst eines suchtmittelaffinen Hollywood-Drehbuchautors halten, wenn sie nicht wirklich wahr wäre: Ende der 1970er Jahre war Ron Stallworth der erste schwarze Cop beim Colorado Springs Police Department. Im Oktober 1978 fiel ihm eine Anzeige des Ku Klux Klan in einer Lokalzeitung auf. "For more information contact P.O. Box 4771, Security, Colorado", stand da. Stallworth beschloss, den lokalen Ku Klux Klan zu infiltrieren. "Ich habe denen erzählt, dass ich Schwule, Schlitzaugen, Juden und Nigger hasse und sowieso alle, die kein arisches Blut haben. Ich sagte auch, dass ich bereit wäre, etwas gegen den Missbrauch der weißen Rasse zu unternehmen", so Stallworth in einem kürzlich erschienenen Interview in der "Washington Post".

Die "Organisation"

Zwei Wochen nach dem Erstkontakt läutete Stallworths Telefon. Der lokale Klan-Führer war am Apparat und fragte Stallworth, wieso er der "Organisation" beitreten wolle. Stallworth legte nochmals nach: "Ich sagte, meine Schwester geht mit einem Nigger aus, und jedes Mal, wenn er seine schwarzen Drecksfinger auf ihren reinen, weißen Körper legt, will ich das verhindern." Der Mann am anderen Ende der Leitung sagte: "Sie sind genau der Typ, den wir suchen. Wann können wir uns treffen?"

Damit begannen für Stallworth die Probleme seiner Mission. Als Schwarzer zu dem Treffen mit dem Klan-Leader zu kommen, wäre unmöglich, doch er hatte eine Idee: Stallworth schickte einen weißen Kollegen. "Ich brauchte jemanden, der sich bei den persönlichen Treffen für mich ausgab." Von da an begann eine siebenmonatige Undercover-Recherche innerhalb des Klans, die Stallworth und sein weißhäutiger Kollege durchführten und die sie bis in die höchsten Ränge des Klans führte. David Duke, US-Neonazi und rechtsradikaler Politiker, war einst Grand Wizard des KKK, die höchste Position, die man im Klan erreichen kann. Duke, der schon bald regelmäßig mit Stallworth telefonierte, hatte keine Ahnung, dass am anderen Ende der Leitung ein Schwarzer saß. Er beschwor gar noch seine angebliche Menschenkenntnis in Hinblick auf Farbige. "Ich würde sofort erkennen, wenn ich mit einem Nigger telefonieren würde", so Duke zu Stallworth. "Weil dieser die englische Sprache niemals so aussprechen würde, wie sie gedacht ist und wie sie von weißen Ariern gesprochen wird." Es gab sogar Momente, in denen musste sich Stallworth arg zusammenreißen, um am Telefon nicht in schallendes Gelächter auszubrechen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-17 15:59:48
Letzte Änderung am 2018-08-18 18:05:21


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