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USA. Sie war eine der Ersten, die offen über die sexuellen Übergriffe des Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein sprachen, nun steht sie selbst unter Verdacht, einen damals noch minderjährigen Schauspiel-Kollegen sexuell missbraucht zu haben: Die italienische Schauspielerin und Regisseurin Asia Argento soll laut Dokumenten, die die "New York Times" erhalten hat, ihren zu diesem Zeitpunkt erst 17-jährigen ehemaligen Co-Star Jimmy Bennett 2013 in einem Hotelzimmer vergewaltigt haben. Im US-Staat Kalifornien, in dem der Übergriff stattgefunden haben soll, liegt das gesetzliche Mindestalter für einvernehmlichen Sex bei 18 Jahren.

Argento öffnete sich als eine von 13 Frauen im Oktober letzten Jahres dem Magazin "New Yorker": Harvey Weinstein habe sie als 21-Jährige während des Cannes-Filmfestivals unter einem Vorwand in sein Hotelzimmer geladen und dort gegen ihren Willen Oralsex an ihr praktiziert. Ähnliches soll laut "NYT"-Dokumenten auch bei Bennett passiert sein, diesmal mit umgekehrten Rollen: Argento soll den damals 17-Jährigen in ihr Hotelzimmer eingeladen, gegen seinen Willen Oralsex an ihm praktiziert und schließlich mit ihm geschlafen haben. Argento soll Bennett 380.000 Dollar Schweigegeld gezahlt haben und besitze nun die Rechte an einem Beweisfoto, welches die beiden zusammen in einem Hotelbett zeigt. Beide Schauspieler haben sich noch nicht zur Affäre geäußert.

Im Jahr 2000, drei Jahre nach dem Missbrauch, verarbeitete Asia Argento das Erlebnis des sexuellen Übergriffes auf sie in ihrem Film "Scarlet Diva" und wurde daraufhin von einigen Frauen angesprochen, die Harvey Weinsteins Gehabe aus einer der Filmszenen wiedererkannten.

Seit ihrem Interview mit dem "New Yorker" ist Argento eine Galionsfigur der #MeToo-Bewegung, die Frauen allerorts dazu ermutigen möchte, sich gegen sexuelle Belästigung zu wehren, und auf sexuellen Übergriffe aufmerksam machen will. Erst im Mai dieses Jahres nutzte Argento ihre Redezeit am Filmfestival in Cannes, um über ihre Vergewaltigung zu sprechen, die immer noch herrschende Übergriffs-Kultur in der Filmbranche an- und eine Warnung auszusprechen: "Wir wissen, wer ihr seid, und wir lassen nicht länger zu, dass ihr damit durchkommt."