• vom 23.08.2018, 08:47 Uhr

Film

Update: 23.08.2018, 13:42 Uhr

#metoo

Bennett äußerte sich erstmals zu Missbrauchsvorwürfen




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Von WZ Online, apa, dpa, afp

  • Neue Ermittlungen auch gegen Schauspieler Kevin Spacey.

Die US-Schauspielerin Asia Argento (rechts) soll ihren damals 17-jährigen Kollegen Jimmy Bennett sexuell missbraucht haben. - © APAweb / AFP, Frederick M. Brown und Loic Venance

Die US-Schauspielerin Asia Argento (rechts) soll ihren damals 17-jährigen Kollegen Jimmy Bennett sexuell missbraucht haben. © APAweb / AFP, Frederick M. Brown und Loic Venance

New York. Der US-Schauspieler und Musiker Jimmy Bennett hat sich erstmals öffentlich zu seinem Vorwurf geäußert, er sei von der italienischen Schauspielerin Asia Argento als Minderjähriger sexuell angegriffen worden. Er habe aus "Scham und Angst" vor der öffentlichen Debatte tagelang geschwiegen, schrieb der heute 22-Jährige am Mittwoch (Ortszeit) auf Instagram. Unterdessen wurden neue Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen den Oscar-Preisträger Kevin Spacey bekannt.

"Das Trauma ist wiedergekehrt"

"Ich habe anfangs nicht öffentlich über diese Geschichte gesprochen, weil ich mich dafür entschieden habe, dies privat mit der Person zu tun, die mir Schaden zugefügt hat", schrieb Bennett. Er habe gedacht, die Menschen würden nicht aus der "Perspektive eines Jugendlichen" nachvollziehen können, was ihm widerfahren sei. Allerdings sei sein "Trauma" wiedergekehrt, als sich Argento als Opfer sexuellen Missbrauchs durch den Hollywood-Mogul Harvey Weinstein offenbarte.

Am Sonntag hatte die "New York Times" von den Vorwürfen Bennetts gegen Argento berichtet. Demnach zahlte Argento ihm ein Schweigegeld in Höhe von 380.000 Dollar (333.000 Euro). Der sexuelle Übergriff soll sich 2013 in einem Hotel in Los Angeles zugetragen haben. Argento war damals 37 Jahre alt, Bennett 17. Argento ist eine der führenden Stimmen der #MeToo-Debatte und wurde nach eigener Aussage von Hollywood-Mogul Harvey Weinstein vergewaltigt.

Argento weist alle Vorwürfe zurück

Die Italienerin weist die Vorwürfe zurück. "Ich bin zutiefst schockiert und verletzt eine Geschichte zu lesen, die absolut falsch ist", erklärte sie am Dienstag. Sie habe "niemals irgendeine sexuelle Beziehung" zu Bennett gehabt. Sie sei Bennett "über mehrere Jahre ausschließlich freundschaftlich verbunden" gewesen - bis dieser plötzlich "eine maßlose Geldforderung" an sie gestellt habe, nachdem sie selbst Weinstein Vergewaltigung vorgeworfen hatte und daraufhin in den Schlagzeilen war.

Argento dementierte die Zahlung an Bennett nicht, betonte aber, damit habe sie ihm helfen wollen. Ihr Lebensgefährte - der inzwischen verstorbene Fernsehkoch Anthony Bourdain - habe sich Sorgen um einen möglichen Rufschaden gemacht.

Gegen den US-Schauspieler Kevin Spacey, der im Zuge der #MeToo-Debatte mit zahlreichen Missbrauchsvorwürfen konfrontiert wurde, wurden unterdessen neue Ermittlungen eingeleitet. Die Polizei des Bezirks Los Angeles habe eine Beschwerde wegen eines sexuellen Übergriffs eingereicht, in den Spacey verwickelt gewesen sein soll, teilte die Staatsanwalt der US-Westküstenmetropole mit. Der Fall werde geprüft.

Einzelheiten nannte die Staatsanwaltschaft nicht. In Los Angeles wird gegen Spacey bereits seit April wegen eines anderen mutmaßlichen Missbrauchsfalles ermittelt. Der Übergriff soll sich 1992 gegen einen Mann gerichtet haben. Außerdem laufen in der britischen Hauptstadt London sowie auf der US-Ostküsteninsel Nantucket Ermittlungen gegen den zweifachen Oscar-Preisträger.

Der Erste, der mit Missbrauchsvorwürfen gegen Spacey an die Öffentlichkeit gegangen war, war der Schauspieler Anthony Rapp. Er behauptet, 1986 als 14-Jähriger von Spacey sexuell bedrängt worden zu sein. Spacey hatte sich bei Rapp entschuldigt, aber gesagt, er könne sich nicht an den Vorfall erinnern. Zu anderen Vorwürfen äußerte er sich nicht.

Der Schauspieler hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, seine Karriere liegt auf Eis. Unter anderem verlor er seine Hauptrolle in der Netflix-Serie "House of Cards".





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-23 08:47:59
Letzte Änderung am 2018-08-23 13:42:58


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