2018 wird als das Jahr in die Filmgeschichte eingehen, in dem Hollywood die Diversität entdeckt hat. Nachdem im Frühjahr mit "Black Panther" der erste schwarze Superheld das Blockbuster-Geschäft aufgemischt hat, verteilen nun "Crazy Rich Asians" die Karten neu. Denn die romantische Komödie ist im gewissen Sinne der Schwarze Panther für die asiatische Community: Hier sind Asiaten nicht in unbedankten Nebenrollen oder als netter Aufputz zu sehen, sondern stehen zentral im Mittelpunkt - als Hauptdarsteller, Drehbuchautoren, im Regiesessel. Und wie bei "Black Panther" hat der Erfolg die Erwartungen bei Weitem übertroffen: Als Spitzenreiter an den nordamerikanischen Kinokassen nahm "Crazy Rich Asians" in fünf Tagen knapp 39 Millionen Dollar ein und machte damit auf Anhieb die Produktionskosten von 30 Millionen Dollar wett.

Kein Wunder daher, dass eine Fortsetzung bereits beschlossene Sache ist - obwohl der Film in vielen Teilen der Welt noch gar nicht angelaufen ist. Doch schließlich waren auch die Kritiken überwiegend wohlwollend, selbst wenn die Story alles andere als revolutionär ist. Erzählt wird eine klassische Aschenputtel-Geschichte im asiatischen Jet-Set Styling: Die New Yorkerin Rachel Chu (gespielt von Constance Wu) ist eine ABC, also eine "American-born-Chinese", gut-aussehend, eloquent, gebildet. Sie verliebt sich in den charmanten Nick Young (Henry Golding), von dem sie im Prinzip nicht viel weiß. Vor allem nicht, dass er einer der reichsten Familien Asiens entstammt, die mehr Geld auf dem Bankkonto hat als die meisten europäischen Nationen. Als Nick beschließt, Rachel seine Heimat Singapur zu zeigen, läuft einiges schief: Einerseits ist die Amerikanerin vom immensen Reichtum ihres Freundes überfordert, andererseits ist Nicks Mutter (Michelle Yeoh) von der Flamme ihres einzigen Sohnes alles andere als angetan. In ihren Augen ist Rachel nicht gut genug und passt schlichtweg nicht zur Familie.

Hochkarätige Sommerparty

Natürlich enden die Irrungen und Wirrungen in einem Happy End. Dabei gelingt Regisseur Jon Chu ("Die Unfassbaren 2") das Kunststück, seinen Film weder allzu seicht zu inszenieren noch unter dem Druck der Erwartungen zu zerbrechen. Vielmehr erzählt er die Geschichte mit leicht-beschwingtem Ton im Stile einer Sommerparty mit einer hochkarätigen Gästeliste. Das ist insofern bemerkenswert, da der Druck im Vorfeld enorm war, schließlich war schon die Romanvorlage von Kevin Kwan ein Welterfolg, der in 20 Sprachen übersetzt wurde. Kwan, der selbst aus Singapur stammt, beschreibt in seiner Novelle eine Welt, die diskret im Verborgenen ihre Netzwerke spinnt und dabei so geheimnisvoll vorgeht, dass nicht einmal Google Earth ihre Wohnsitze erfasst. Und doch gibt es diese Parallel-Gesellschaft, von der Kwan selbst meint, er hätte sich in ihrer Beschreibung sogar zurückgehalten, um seine US-Leserschaft nicht zu überfordern.