Romy Schneider in "Das Mädchen und der Kommissar", für viele der beste Schneider-Film. - © Filmarchiv Austria
Romy Schneider in "Das Mädchen und der Kommissar", für viele der beste Schneider-Film. - © Filmarchiv Austria

Je länger Romy Schneider tot ist, desto mehr scheint sich die Sehnsucht nach ihr zu steigern. Da erscheinen Filme, die ihren schleichenden Verfall und ihr problembelastetes Verhältnis zur deutschen Presse untersuchen ("3 Tage in Quiberon"), da werden neue Bildbände über ihr filmisches Werk aufgelegt, da finden zu ihrem bevorstehenden 80. Geburtstag am 23. September jede Menge Retrospektiven und TV-Schwerpunkte statt. Es ist ihr früher und tragischer Tod mit 43 Jahren, der Romy Schneider unsterblich gemacht hat, aus ihr eine Legende und einen Mythos schuf und ihr einzigartiges Schauspiel bis heute zum Vorbild unzähliger junger Miminnen macht.

Die Befassung mit Schneider wird auch differenzierter; war sie anfangs für Presse und Publikum die "Verräterin", die Deutschland verließ, um ihr "Sissi"-Image loszuwerden, hat man über die Jahrzehnte auch hierzulande die hochqualitativen Arbeiten der Schauspielerin zu schätzen gelernt, die sie in Frankreich drehte.

Französische Phase

Die heute, Donnerstag, startende Retrospektive zu Romy Schneiders Werk im Filmarchiv Austria fasst ihre beinahe 60 Filme umfassende Karriere auf acht Schlüsselwerke zusammen, die allesamt aus ihren französischen Jahren stammen. Die Unterhaltungsfilme der 50er Jahre, aber auch ihre zaghaften Versuche, es in den 60er Jahren international, insbesondere in Hollywood, zu schaffen, blendet man aus. Dafür bildet die im Wiener Metrokino stattfindende Schau genau jene Periode ab, die Schneider selbst als ihre künstlerische Hochblüte bezeichnete. Die Retro zeigt dabei alle fünf Arbeiten, die Schneider mit Claude Sautet realisierte; er hat sie als Regisseur für Frankreichs Kino entdeckt, sie unsterblich gemacht.

"César und Rosalie" (1972) eröffnet die Retrospektive; die turbulente Dreiecksgeschichte, in der Romy Schneider zwischen Sami Frey und Yves Montand steht, gehört zu den schönsten, aber auch eher selten gezeigten Filmen Schneiders. Jacques Derays "Der Swimmingpool" (1969) knisterte vor Erotik, handelte es sich doch um den ersten gemeinsamen Film mit Romy und ihrem Ex-Liebhaber Alain Delon, der sie - Jahre nach der Trennung - zurück ins Rampenlicht holte. Am Set soll Schneiders damaliger Ehemann Harry Meyen argwöhnisch jede Kussszene zwischen dem Ex-Paar Delon-Schneider beäugt haben.

"Die Dinge des Lebens" (1970) war Schneiders erste Zusammenarbeit mit Sautet, und brachte ihr den Durchbruch in Frankreich; sie ist darin mit dem Tod ihres Geliebten (Michel Piccoli) konfrontiert, der sich kurz vor seinem tödlichen Unfall noch von ihr trennen wollte.