• vom 12.09.2018, 16:26 Uhr

Film


Romy Schneider

Die acht Perlen der Romy Schneider




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Schneider als Prostituierte
Gleich darauf dreht Schneider mit Sautet "Das Mädchen und der Kommissar" (1971), wieder mit Piccoli, der als Undercover-Cop eine Kleinganoven-Bande zu einem Bankraub drängen will; Dreh- und Angelpunkt ist Schneider in der Rolle einer Prostituierten.

In "Nachtblende" (1975) von Andrezej Zulawski spielt Romy Schneider eine erfolglose Schauspielerin, die sich als Softpornodarstellerin über Wasser hält. Die Verzweiflung über ihr Unvermögen zu einer normalen Karriere als Darstellerin entlockt Schneider so manch hysterisch-verzweifelte Anklage über das Schauspielen an sich, was später, insbesondere nach ihrem Tod, immer wieder gerne für ihr eigenes Berufsbild herangezogen wurde. "Nachtblende" brachte Schneider damals ihren ersten César.

In "Mado" (1976), ihrer nächsten Arbeit mit Sautet, hat Schneider nur eine kleine Rolle; doch es ist der Höhepunkt des Films, wenn sie für sieben Minuten als alkoholkranke Frau Michel Piccolis auftritt. Das konnte Schneider ganz famos: Selbst in kleinen Rollen einen ganzen Film zu dominieren und ihn unsterblich zu machen. Gelungen ist ihr das später noch einmal in "Das Verhör" (1981) von Claude Miller.

Die Retrospektive im Filmarchiv zeigt auch Schneiders letzte Zusammenarbeit mit Sautet: Für "Eine einfache Geschichte" (1978) erhielt Schneider damals ihren zweiten César. Der Film berichtet tragisch vom rasanten Wechsel in der Arbeitswelt und hat dadurch auch sozialkritische Relevanz.

Das Ende
Schließlich zeigt man auch noch Schneiders letzten Film "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" (1982), entstanden wenige Monate vor ihrem Tod; der Film ist vor allem ein für Schneider tragisches Projekt, weil ihr Sohn David darin auch ihren Filmsohn hätte spielen sollen. Doch David verunglückte kurz vor Drehbeginn beim Übersteigen eines Zaunes tödlich. Ein Unfall, der das Ende Romy Schneiders besiegelte.

Die Retrospektive im Metrokino läuft bis 3. Oktober. Wer Romy Schneiders Oeuvre auch im Fernsehen verfolgen will, der hat in den nächsten Wochen rund um ihren 80. Geburtstag ausreichend Gelegenheit dazu: Sowohl im ORF als auch auf Arte, 3Sat, im BR, im MDR sowie im NDR stehen zahlreiche Schneider-Klassiker auf dem Programm, darunter natürlich ebenso jene Filme, die sie dereinst berühmt gemacht haben. Am 22. September zeigt ORF2 etwa alle drei "Sissi"-Filme hintereinander, beginnend um 9.35 Uhr. Das ist - nicht nur für Fans - ein bisschen wie vorgezogene Weihnachten.

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Dokument erstellt am 2018-09-12 16:36:16


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