Stefan A. Lukacs. - © A. Supertramp
Stefan A. Lukacs. - © A. Supertramp

Begonnen hat alles mit einem Kurzfilm: 2012 hat der Wiener Regisseur Stefan A. Lukacs mit "Void" einen Einblick in die brutale Welt der Polizei gedreht: Es ging darin um eine Abschiebung, bei der auch Polizeigewalt angewendet wird. Der Film schlug hohe Wellen, vor allem innerhalb der Exekutive, wo er heute jungen Polizeianwärtern als Schulungsfilm gezeigt wird - und zwar als Beispiel, wie man es nicht macht.

Lukacs ist dem Thema Polizei treu geblieben und hat für seinen ersten Langfilm "Cops" (ab Freitag im Kino) noch tiefer im Alltag der Polizei gegraben, diesmal bei der Spezialeinheit Wega, die sich gerne als Elitetruppe unter den Verbrechensbekämpfern sieht. Lukacs erzählt von dem jungen Wega-Aspiranten Christoph (Laurence Rupp), der bei einem Polizeieinsatz die Nerven wegschmeißt und in Panik einen Mann (Michael Fuith) erschießt. Sein Vorgesetzter Blago (Anton Noori) deckt Christoph, beglückwünscht ihn sogar für seine tapfere, männliche Haltung, und im Kreise seiner Kollegen steigt Christoph zum Helden auf, der er aber nicht sein will. Ab hier wird "Cops" zum Psychogramm eines Exekutivbeamten, der unter großem Druck die harten Realitäten seines Berufs verarbeiten muss. Verpackt hat Lukacs seine nervenaufreibende Story in einen spannenden Polizeifilm, wie man ihn aus Österreich noch nicht kennt. "Cops" mischt Action- und Psychodrama-Elemente aus dem US-Kino mit Lokalkolorit aus Wien, eine Mischung die perfekt funktioniert - bessere Polizeifilme können auch die Amis nicht machen.

Extremsituationen und psychischer Druck gehören zum Alltag der Polizei-Elitetruppe Wega. - © Filmladen
Extremsituationen und psychischer Druck gehören zum Alltag der Polizei-Elitetruppe Wega. - © Filmladen

"Wiener Zeitung": Man kann "Cops" besser verstehen, wenn man davor über Ihren Kurzfilm "Void" spricht. Woher kommt die Faszination für die Polizeiarbeit?

Stefan A. Lukacs: Die Polizeiwelt ist ein eigener Mikrokosmos, der viele Überraschungen parat hält und in den man durchaus tief vordringen kann. Ich hatte mich damals für institutionellen Rassismus interessiert, der Kurzfilm befasste sich damit und wurde später vom Innenministerium angekauft und wird auf der Polizeischule als abschreckendes Beispiel gezeigt.

Woher bekamen Sie die Insider-Infos, die Sie zur Schilderung des Wega-Alltags brauchten?

Die Polizei besteht aus vielen Teilorganisationen, und deshalb ist es nicht so einfach, an Infos zu kommen. Die Wega lehnt mich seit "Void" komplett ab, weil sie darin schlecht weggekommen ist. Ich habe offiziell keine Unterstützung der Wega, aber von einzelnen Wega-Beamten habe ich off records doch vieles erfahren.