- © Universal
© Universal

Eines Abends wird der Maler Mark Hogancamp vor einer Bar von Teenagern in ein neuntägiges Koma geprügelt. Als er wieder aufwacht, kann er sich nicht an sein früheres Leben erinnern, muss erst wieder sämtliche motorische Abläufe lernen und braucht hochdosierte Tabletten gegen seine Angstzustände. Um irgendwie mit seinem Trauma umzugehen, baut er in seinem Garten eine belgische Stadt namens Marwen als Modell auf, in der er mit Puppen Kriegsszenen aus dem Zweiten Weltkrieg nachspielt. Darin ist er als Captain Hogie der Held und eine Riege starker Frauen, die realen Vorbildern nachempfunden sind, unterstützt ihn.

Mark Hogancamp und seine Geschichte sind real, aufmerksam auf ihn wurde erstmals Regisseur Jeff Malmberg: Hogancamp hatte seine mit den Puppen gespielten Abenteuer fotografisch dokumentiert und diese Fotos wurden in einer New Yorker Kunstgalerie ausgestellt. Malmberg drehte daraufhin die Dokumentation "Marwencol" und nun hat sich Regisseur Robert Zemeckis des Stoffes angenommen. Er bedient sich erneut der Motion-Capture-Technik, arbeitet aber trotzdem mit animierten Puppen. Das kommt nicht so glatt über die Leinwand wie das herkömmliche Motion-Capture-Verfahren und der eine oder andere Zuschauer wird sich vermutlich erst an diese besondere Filmsprache gewöhnen müssen. Etwas holprig verläuft auch die Kombination des Dramas eines Traumapatienten mit der Puppen-Action, vor allem weil zwar Captain Hogie Charakter, Kanten und durchaus sehr unsympathische Züge hat, die Frauenfiguren dagegen ziemlich blass und stereotyp bleiben und vom Outfit her eher an Pin-up-Girls denn an starke Kriegerinnen erinnern. Insgesamt gewöhnungsbedürftig, aber interessant.