Eines der erfolgreichsten Traumpaare der Pop- und Rockgeschichte: Songwriter Bernie Taupin (Jamie Bell, l.) und Elton John (Taron Egerton) – zwei junge Männer am Anfang ihrer Karriere(n) vor ihrem ersten großen Auftrittt in den USA. - © Paramount
Eines der erfolgreichsten Traumpaare der Pop- und Rockgeschichte: Songwriter Bernie Taupin (Jamie Bell, l.) und Elton John (Taron Egerton) – zwei junge Männer am Anfang ihrer Karriere(n) vor ihrem ersten großen Auftrittt in den USA. - © Paramount
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Ein Paradiesvogel marschiert zielstrebig durch einen kahlen Gang, um in einem Raum zu landen, wo er vor ein paar Menschen einen Seelenstriptease hinlegen wird, der sich gewaschen hat. Und mit jedem Lebenskapitel, das er aufblättert, verliert er einen Teil seines Kostüms – bis am Ende Reggie Dwight alias Elton John übrigbleibt, im Trainingsanzug, nüchtern. Hinter dem Musiker liegen Jahre des Alkohol- und Drogenmissbrauchs, der Bulimie, von Kauf- und Sexsucht. Der kaltherzige Vater, die egoistische Mutter, der ebenso egoistische Manager, Enttäuschungen und seelische Verletzungen – nichts wird ausgelassen in diesem von Elton John selbst produzierten Film unter der Regie von Dexter Fletcher.
Verpackt in einer Art Musical ackert sich der von John persönlich ausgesuchte Taron Egerton durch zwei Stunden Lebensachterbahnfahrt, in der nur wenige Menschen positiv leuchten – Eltons Großmutter, Songwriter Bernie Taupin oder Renate, seine Kurzzeitehefrau. Wilder und offenherziger als "Bohemian Rhapsody" wird hinter die Glitzerfassade eines Künstlers geschaut, der bis heute die Massen mit seiner Musik begeistert, grandios dargestellt, aber nicht imitiert von Egerton, der sich damit auch selbst ein Denkmal setzt. Absolut sehenswert! Extras: u.a. Einblicke in Entstehung und Dreharbeiten.