Er war einer der umstrittensten und provokativsten Fotografen des 20. Jahrhunderts, doch sein Lebensstil übertraf seine Bilder noch: Robert Mapplethorpe, der am 9. März 1989 mit 42 Jahren an Aids starb, erhitzt konservative Gemüter bis heute. Er startete mit Zeichnungen und Kollagen, doch seine Karriere begann mit der Kamera, seinem Gespür für Licht und seiner Vorliebe für erotisch-pornografische Motive besonders aus der schwulen Sado-Maso-Bondage-Szene sowie Schwarz-Weiß-Bildern von Blumen und Prominenten. Er wurde zu einem der berühmtesten Künstler und begehrtesten Fotografen der 1970er- und 1980er-Jahre. Die Filmemacherin Ondi Timoner setzt dem Mann, der das angeblich Schmutzige als Schönheit darstellte, ein filmisches Denkmal. Sie zeigt den Egozentriker, der alle benutzt, den Liebhaber, der keine Beziehung halten kann, den Schönling, der nicht unbedingt sympathisch ist – aufschlussreich und ästhetisch, wenn auch manchmal oberflächlich, mit einem beeindruckenden Matt Smith in der Hauptrolle. Sehenswert!