Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen, war stets ein Außenseiter und begann erst mit 17 Jahren seine professionelle Ballettausbildung. Doch dank seines Lehrers Alexander Puschkin, seines unglaublichen Leistungswillens und seiner immensen Präsenz war Rudolf Nurejew bald erster Solotänzer am Kirow-Ballett – obwohl es Tänzer gab, die technisch besser waren als er. Während eines Gastspiels in Paris 1961 fand er Gefallen an der Freiheit des Westens und setzte sich in einer spektakulären Aktion ab. Auf dieses Ereignis konzentriert sich Regisseur Ralph Fiennes, zeigt den Weg dahin in vielen (mitunter mühsam zu verfolgenden) Rückblenden aus der Kindheit und Jugend Nurejews und wirft dabei viele Fragen auf, die jedoch unbeantwortet bleiben. Der Tanz selbst bleibt im Hintergrund, Fiennes konzentriert sich auf den Mensch Nurejew, die schwierige Persönlichkeit, die immer wieder aneckt, wunderbar dargestellt vom ukrainischen Tänzer Oleg Ivanov. Sehenswert!