(eb) Aribert Reimanns "Gespenstersonate" ist eine der unheimlichsten, intensivsten Opern der musikalischen Avantgarde in der Musik nach 1945.

Aribert Reimann Die Gespenstersonate Arthaus, 1 DVD ca. 27 Euro
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Obwohl: Ist das wirklich Avantgarde? - Im Uraufführungsjahr 1983 waren zwölftönige Verfahren längst Usus, und auch ein splittriger, gleichsam kaputtgegangener Klang war keine Neuigkeit. Zumal der 1936 geborene Reimann als einer der wenigen Opernkomponisten seiner Generation weiß, dass Oper immer noch am besten ist, wenn sie Geschichten er-zählt, Stimmung und Emotion vermittelt.

Genau das ist der große Pluspunkt dieses Werks: Das nahezu surrealistische Stück August Strindbergs erfährt hier eine Umsetzung als Kammeroper, bei der man nach wenigen Minuten nicht mehr fragt, wie sie gemacht ist, längst ist man da ihrem Sog, ihrer unheimlichen Aura erle-
gen - was bis zu einem gewissen Teil auch der präzisen, stimmungsdichten Regie Heinz Lukas-Kindermanns zu verdanken ist, die sich völlig und vorteilhaft in den Dienst am Werk stellt.