Die Notärztin Rike (Susanne Wolff) geht auf Urlaub; zur Entspannung will sie einen ausgedehnten Segeltörn unternehmen, von Gibraltar aus zur Atlantikinsel Ascension. Doch unterwegs entdeckt sie mitten auf dem offenen Meer ein Boot voller afrikanischer Flüchtlinge. Wie soll Rike nun reagieren? Nicht nur, weil sie Ärztin ist, wäre es eigentlich ihre Pflicht, den Menschen zu helfen. Zugleich aber ist Rike bewusst, dass sie nicht alle an Bord retten kann, weil sie sich sonst selbst in Gefahr begibt. Ihre Funksprüche mit der Küstenwache bestärken sie in der Entscheidung, vorerst nichts zu tun. Dann rettet sie einem über Bord gegangenen Buben das Leben, während die versprochenen Rettungsboote der Küstenwache weiterhin auf sich warten lassen.

"Styx" von Wolfgang Fischer erzählt diese Geschichte als dramatisches Kammerspiel, gedreht tatsächlich auf hoher See, mit kleiner Crew und nur auf dem Segelboot der Protagonistin. Susanne Wolff legt Rike als zerrissene Figur an, die durch ihren Beruf aber genau mit dem Ablauf einer Rettungskette vertraut ist und daher umso dramatischer findet, wie diese Rettungskette an den Rändern der EU versagt, wenn es um Flüchtlinge geht. "Styx" mahnt darob auch vor dem saloppen und populistischen Umgang mit Migration. Er zeigt auf, dass die Schließung von Meeresrouten das Problem nicht löst, sondern nur verlagert. Wolfgang Fischer hat diese großen Herausforderung der Zukunft heruntergebrochen auf eine kleine Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

Drama

Styx, Ö 2018

Regie: Wolfgang Fischer
Mit: Susanne Wolff, Gedion Oduor Wekesa