In der lebensfeindlichen Eiswüste der Tundra von Jakutien leben der Rentierjäger Nanouk (Mikhail Aprosimov) und seine Frau Sedna (Feodosia Ivanova), eine immer kränker werdende Schamanin, in einer Jurte. Als Letzte ihrer Art, rein nach der Tradition ihrer Vorfahren. Die Gegenwart macht sich nur durch Kondensstreifen und einigen wenigen Hubschrauberflügen bemerkbar.

Auch die Natur verändert sich, so wird etwa das Eis immer dünner, was die Jagd immer mehr erschwert. Frühling kommt immer früher, aber es gibt weniger Tiere, meist tote, die an einer geheimnisvollen Krankheit verendet sind. Die immer mehr verwitternden alten Menschen flüchten in Mythen und Sagen. Der Einzige, der sie besucht und Hoffnung bringen könnte, ist Chena (Sergei Egorov), ein Jugendfreund ihrer Tochter Ága. Ága (Galina Tikhonova) selbst ist weggegangen. Warum? Ein weiteres Problem. Sie wird später zur eigentlichen Hauptfigur, als sich Nanouk entschließt, sie wiederzusehen und sich auf den langen, beschwerlichen Weg in die Welt der Menschen macht.

Es wird nicht viel erklärt oder gesprochen, wenn, dann kluge Worte. Milko Lazarov setzt viel stärker auf Bildsprache und deren Symboliken, die einfach berauschend sind. Die Kamera bleibt nahe an den Protagonisten. Das Grundthema beinhaltet das bewusste Erfahrbarmachen von Vergänglichkeit. Mit einem Minimum an Mitteln erreicht diese anrührende, bewegende wie vielschichtige Parabel ein Maximum an Wirkung. Meisterlich.