Es gibt Schauspieler und Schauspielerinnen, denen sieht man einfach gerne zu; dabei ist es nicht so wichtig, welche Figuren sie spielen, sondern wie sie es tun. Elle Fanning ist so jemand, der die Leinwand zum Strahlen bringt. Auch im neuen Film der erst 20 Jahre jungen Fanning, die ihr Debüt in Sophia Coppolas "Somewhere" (2010) gab, ist es vor allem ihre Leinwandpräsenz, die den Film sehenswert macht. Ihre Fragilität ist seltsam gepaart mit großer Stärke, eine Kombination, die auf ihre Figur gut passt: In "Mary Shelley" spielt Fanning die jugendliche Autorin von "Frankenstein", der Film erzählt, wie Mary Shelley zu dem wurde, was sie später war.

Verliebt, getäuscht und geblendet

Als rebellische 16-jährige Mary Wollstonecraft Godwin, die in Armut lebt, träumt sie von einer Karriere als Schriftstellerin - und lernt den Dichter Percy Shelley kennen. Die beiden verlieben sich und türmen vor ihren Problemen - leider hat Shelley seiner Mary nicht verraten, dass er schon verheiratet ist und ein Kind hat. Kurze Zeit später nimmt Mary an einem Literaturwettbewerb des Dichters Lord Byron (Tom Sturridge) teil und erfindet an diesem Abend ihre berühmteste Schöpfung: Frankensteins Monster.

Die Regie von Haifaa Al Mansour versucht, das etwas chaotische Script halbwegs zu entwirren, der Trumpf des Films ist Elle Fanning mit ihrer Strahlkraft und der glaubhaften Verkörperung der jungen Autorin.