Auch wenn die Machenschaften der Politik des 16. Jahrhunderts vielen bekannt sind, die Geschichte von Mary und Elisabeth oft erzählt und verfilmt wurde, gibt es noch immer zeitlos aktuelle Aspekte. Etwa, sich gegen männliche Übermacht durchzusetzen. Allerdings dürfte man heute nicht mehr so signifikant scheitern.

Die düstere Atmosphäre von "Maria Stuart" erinnert an "House of Cards". Nicht grundlos, denn das Drehbuch stammt von Beau Willimon, dem Autor der TV-Serie. Josie Rourke wiederum liefert als Theaterregisseurin ihr Langfilmdebüt. Also nur folgerichtig, wenn sich das Geschichtsdrama stellenweise als Mix aus Soap und Bühnenaufführung, samt Thriller-Elementen, anfühlt. Was der inneren Spannung, verbunden mit opulenter Ausstattung und schönen Bildern, wenig Abbruch tut. Vor allem verkörpern Saoirse Ronan als Maria Stuart und Margot Robbie als Elisabeth großartig die modernisierten, entschlossenen, emotional bewegenden Heldinnen in einer ausnahmslos männlichen Übermacht. Dadurch gehören sie zu den einsamsten Menschen ihrer Reiche, die sich in einen tödlichen Konkurrenzkampf hineinmanipulieren lassen. Wobei der Ausgang ihrer Ideen ebenfalls längst bekannt ist. Weshalb wenig dagegen einzuwenden ist, dass der Film bereits mit der Hinrichtung, 1587, beginnt, der Rest als Rückschau auf Rivalität wie Intrigenwirtschaft folgt. Doch trotz der klar feministischen Haltung bleibt die Inszenierung recht herkömmlich und ein wenig zu steif.