James Baldwin (1924-1987) war ein bedeutender, streitbarer, afroamerikanischer Schriftsteller, weit über die Grenzen bekannt, von einschlägigen Kreisen angefeindet. Viele Arbeiten in sehr persönlichem Stil behandeln Themen wie Rassismus und Sexualität. Hierzulande wurde jüngst an ihn erinnert, durch die oscarnominierte Doku "I am not your Negro", nach der Biografie von Baldwin. Geschichten von Rassendiskriminierung und Bürgerrechtsbewegung. Nun wurde sein Roman aus 1974, "If Beale Street Could Talk", durch Barry Jenkins umgesetzt, Regisseur des oscargekrönten "Moonlight". Die hohe Latte wird locker erreicht. Als Romaninspiration diente die Leidensgeschichte eines Freundes von Baldwin, der eines Mordes angeklagt wurde, den er nicht begangen hatte, dafür sechs Jahre im Knast verbringen musste. Der Autor sah das US-Gefängnissystem quasi als Fortsetzung der Sklaverei mit anderen Mitteln.

Der Film interessiert sich auch für die Auswirkungen äußerer Bedrohung auf das tägliche Leben des Umfeldes, wie auch den Kampf der schwangeren Freundin des Opfers. Das Melodram-Finale der Geschichte wird durch einen eher versöhnlichen Epilog ersetzt, der den Einklang eines Familienlebens mit den herrschenden Umständen zumindest nicht ausschließt. "Der Finsternis lässt sich nur mit Liebe und Vernunft begegnen." Dieses Zitat von Baldwin charakterisiert bereits die Aussagekraft des großartigen Films. Als Mutter der Freundin erhielt Regina King den Oscar als beste Nebendarstellerin.