Der, in Deutschland geborene, englische Torhüter Bernd ("Bert") Trautmann. - © APAweb/dpa
Der, in Deutschland geborene, englische Torhüter Bernd ("Bert") Trautmann. - © APAweb/dpa

In Sepiatönen gehalten erzählt Regisseur Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt ist länger tot") einen Ausschnitt der Lebensgeschichte des Torwarts von Manchester City, Bernd Trautmann (1923-2013), der in den 50er Jahren zu den englischen Fußballhelden zählte: Der deutsche Wehrmachtsoldat geriet während des Zweiten Weltkriegs in englische Gefangenschaft, im Lager wird er beim Spiel mit Mithäftlingen von einem Provinz-Fußballtrainer entdeckt. Bert wird er später von seinen Fans gerufen, als er zwischen 1949 und 1964 für Manchester City 545 Spiele bestreitet. Höhepunkt ist der Sieg im Pokalfinale 1956 gegen Birmingham, der Trautmann zur Legende machte: Nach einem Foul spielt er noch 20 Minuten mit gebrochenem Halswirbel weiter.

Bis zu diesen Erfolgen durchlebt der stets souveräne Trautmann tagtäglich einen Überzeugungskampf, ein aufrichtiger, anständiger Mann zu sein, denn als ehemaliger Wehrmachtsoldat werden ihm die Gräueltaten der Nazis zur Last gelegt. Und er kämpft auch mit Schuldgefühlen, die er letzten Endes für ein tragisches Erlebnis verantwortlich macht.

Zu Beginn erinnert der Film an ein liebevoll ausgestattetes Heldenepos, dessen Hauptdarsteller stoisch sein Schicksal meistert. Nach und nach beginnt diese Fassade mithilfe von Rückblicken zu bröckeln: David Kross als charmanter Trautmann lässt den linken Tränensack zucken, wenn Bert mit seiner Vergangenheit hadert. Aber Rosenmüller vermischt Biografie, Fiktion und Zeitgeschehen doch nur zu einem mediokren Spielfilm.