Die 22-jährige Galatea Bellugi spielt die Hauptrolle in "Die Erscheinung". - © Getty Images
Die 22-jährige Galatea Bellugi spielt die Hauptrolle in "Die Erscheinung". - © Getty Images

Visionen von Marienerscheinungen füllen die gesamte christliche Ära. Von Jakobus dem Älteren bis ins 21. Jahrhundert gibt es hunderte von einschlägigen Berichten. Von der Kirche werden allerdings die wenigsten anerkannt. Die meisten werden oft als Halluzinationen bewertet. In jedem Fall werden die Erscheinungen auf Echtheit überprüft.

So erhält in "Die Erscheinung" der investigative Journalist Jacques Mayano (Vincent Lindon) einen untypischen Auftrag: Für den Vatikan soll er einen mysteriösen Fall untersuchen. Die 18-jährige Anna (Galatea Bellugi), aus einem kleinen französischen Dorf, behauptet, ihr sei Jungfrau Maria erschienen. Der versierte Kriegsreporter ist zwar von schrecklichen Erlebnissen traumatisiert, obendrein nicht gläubig, macht sich aber doch auf. Allmählich beginnt er ein Geheimnis zu lüften, dem das nächste folgt. Neben Fakten, wird er auch mit Betrug, falschen Spuren konfrontiert.

"Weltliche" Aspekte aufzuklären gelingt ihm zwar, doch macht er selbst eine spirituelle Erfahrung. Dies ist alles ungemein beeindruckend bildgewaltig dargestellt. Trotz Entlarvung von Geschäftsinteressen an Vermarktung religiöser Devotionalien, bleibt das eigentliche Geheimnis verborgen. Wie soll man auch nach Jahrhunderten plötzlich dahinter blicken können? Getragen werden die stolzen 137 Minuten von der süß leidenden Italienerin Bellugi und dem grantelnden, zerknautschten Lindon. Aufgeladenes Kinoerlebnis der zwar nicht heiligen, aber doch besonderen Art.