Französisches Kino in Bestform

(greu) Mit dem neuen Manuskript seines langjährigen Klienten Léonard (Vincent Macaigne) ist der Lektor Alain (Guillaume Canet) nicht zufrieden, weil dieser darin eine reale Affäre verarbeitet hat. Außerdem kommt Alains Verlag nicht mit der Digitalisierung des Buchmarktes klar. Und seine Frau Selena (Juliette Binoche) hat eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Olivier Assayas‘ wortreiches Traktat über die Zukunft der Medien besticht durch seine ausgefeilten Dialoge und die dazu gestellten Settings. Assayas stattet den Film mit jeder Menge launiger Referenzen an popkulturelle und hochkulturelle Phänomene aus. Eine Fellatio während einer Kinovorstellung von Michael Hanekes "Das weiße Band" spielt hier eine zentrale Rolle. Französisches Kino in Bestform.

Zwischen den Zeilen, F 2018

Regie: Olivier Assayas. Mit Juliette Binoche, Guillaume Canet, Vincent Macaigne

Eine legendäre Jugendbande

(fan) Ende der 1970er Jahre kam die Jugendbuchserie "TKKG" auf den Markt, gefolgt von Hörspiel- und TV-Serie. Dazu gab es Computer- und Konsolenspiele. 1992 und 2006 gab es die ersten Kinofilme, die im deutschsprachigen Raum neben "Die 3 ???" als kommerziell erfolgreichste Genre-Serie galt. Nun kommt ein Prequel dazu ins Kino. Die drei unterschiedlichen Jungs samt smarter Polizistentochter lernen einander im Internat kennen. Gemeinsam ermitteln sie auf eigene Faust, als einer der Väter entführt wird, mit ihm eine wertvolle Kunst-Statue. Schließlich decken sie eine Verschwörung auf. Daraufhin wird aus ihnen die legendäre Bande TKKG. Nett altmodisch und durchaus unterhaltsam.

TKKG, D 2019

Regie: Robert Thalheim

Mit: Ilyes Moutaoukkil, Lorenzo Germeno, Emma-Louise Schimpf

Wie der Imagefilm einer Baufirma

(fan) Der spanische Regisseur Carlos Saura dokumentiert die Geburt des Centro Botín in Santander (Kalabrien), entworfen vom italienischen Architekten Renzo Piano. Zu dessen Bauten gehören unter anderem das Centre Pompidou in Paris, der New York Times Tower in Manhattan, The Shard in London. Die Entstehungsphasen des Gebäudekomplexes werden begleitet, vom Entwurf bis zum Bau. Dazu gibt es Dialoge über Kunst, Kreativität, Schönheit als Sozialfaktor. Allerdings verkommt die Optik zu vordergründigen Abbildungen, die dem inneren Wesen der Architektur nie gerecht wird. Auch über wesentliche Kritikpunkte wird hinweggegangen. Letztlich nichts anderes als ein Imagefilm für Pianos Firma.

Renzo Piano: The Architect of Light, E 2018

Regie: Carlos Saura