Warmherziger Sommerfilm: "Measure of a Man". - © Kinostar
Warmherziger Sommerfilm: "Measure of a Man". - © Kinostar

Ein pummeliger Bub und wie er mit der Welt zu Recht kommt: "Measure of a Man" beruht auf dem erfolgreichen Coming-of-Age-Roman "One Fat Summer" von Robert Lipsyte (1977). Der Autor setzt sich mit zeitlosen Themen auseinander wie etwa dem Body Shaming. Der 14-jährige, übergewichtige Bobby (Blake Cooper) geht auf Sommerurlaub mit seinen Eltern. Nicht nur, dass deren Ehe vor dem Aus steht, sie kümmern sich auch kaum um ihn. Seine Schwester bandelt mit einem attraktiven Teenie an, der das krasse Gegenteil von Bobby zu sein scheint. Noch mehr persönliche Probleme und Komplexe belasten ihn. Wenn er schließlich zum Strand von Rumson Lake geht, versteckt er seinen Körper im übergroßen Pullover. Dazu kommt, dass drei Einheimische ihn drangsalieren, wo sie nur können, weil sie Urlauber nur als Störenfriede ansehen - besonders Bobby, weil er ihnen obendrein einen Sommerjob wegschnappt. Der besteht aus Gartenpflege im Grundstück des alten Arztes Dr. Kahn (Donald Sutherland).

Anfangs ruppig und streng, entwickelt er sich jedoch zu einer Art Ersatzvater, der ihm hilft, allmählich ausgeglichen und selbstbewusster zu werden. Umgekehrt hilft Bobby dem Mediziner, Verluste der Vergangenheit zu bewältigen. Jim Loach, Sohn von Ken Loach, bringt das Kunststück zustande, Kitsch, Jammereien und Plattitüden zu meiden, dafür eine erstaunlich lockere, unterhaltsame, aber auch sehr warmherzige Tragikomödie über Tücken des Heranwachsens zu schaffen.