Seit einigen Jahren haben Filmproduzenten die wohlhabende 50-plus-Zielgruppe im Visier. Heuer feierten bereits Altstars wie Michael Caine, Robert Redford und Clint Eastwood große Erfolge. Dementsprechend logisch, dass nun auch der zweite Roman von Fredrik Backman verfilmt wurde, der zuvor den Bestseller "Ein Mann namens Ove" über einen pedantischen alten Grantler verfasst hatte.

Hausfrau wird Kicker-Trainerin

Das Folgebuch, das eher stille, exzentrische Frauenporträt "Britt Marie war hier", hatte ebenso Erfolg. Nach dem Motto "Es ist nie zu spät für ein neues Leben" trennt sich Marie nach 40 Jahren von ihrem Mann, dem sie nur als Hausfrau diente und der sie betrog. Sie will Unabhängigkeit und einen eigenen Job. Doch der einzige Posten, den das Arbeitsamt für die 63-Jährige hat, ist der eines Kinder-Fußballtrainers in einem heruntergekommenen Dorf. Obwohl Marie keine Ahnung von Fußball und Kindern hat und nichts davon mag, geht sie die Sache ebenso methodisch an wie zuvor ihre Hausfrauenpflichten. Die nachfolgenden Turbulenzen haben aber keinen Klamauk zur Folge: Stattdessen wird eine intime, ruhige Annäherung zwischen den Generationen ins Zentrum gerückt. Beeindruckend auch der schwedische Altstar Pernilla August, die in den beiden ersten Episoden von "Star Wars" als Mutter von Anakin Skywalker auftrat. Die Entwicklungen in "Britt Marie war hier" sind natürlich vorhersehbar, was aber dem Gesamteindruck wenig schadet.