Als die Men in Black 1997 zum ersten Mal mit ihren schwarzen Anzügen und den noch schwärzeren Brillen in Gestalt von Tommy Lee Jones und Will Smith im Kinoeinsatz waren, wurde daraus der erfolgreichste Film des Jahres - er hatte Witz, Charme und spaßige Ideen, die bis in kleinste Detail reichten. Zwei Fortsetzungen später waren Smith und Jones immer noch überaus beliebt, denn selbst der dritte Teil der Reihe bot weiterhin vortreffliche Ideen.

Daran muss sich nun der aktuelle Aufguss "Men in Black International" messen lassen. Die Geschichte der Spezialagenten mit der Aufgabe, die Erde vor Alien-Invasoren zu schützen, hat auch heute noch gewissen Reiz, und das, obwohl die Ur-Besetzung ihren Job an den Nagel gehängt hat - Smith und Jones wollten diesmal nicht mehr dabei sein, wiewohl es im Film selbstredend Anspielungen auf die Agentenlegenden gibt.

Im Zentrum steht diesmal die junge Molly (Tessa Thomson), die schon als Kind davon träumte, Teil der Men in Black zu sein. Auf eigene Faust macht sie das ultrageheime Kommandozentrum der Agenten ausfindig, um sich bei Agentin O (Emma Thompson) zu bewerben - ein ungewöhnlicher Weg, aber er wird akzeptiert, weil die junge Frau das Zeug zur Alien-Agentin zu haben scheint (und obendrein gut besetzt ist). Ihr zur Seite gestellt wird Agent H (Chris Hemsworth), ein leichtsinniger Bursche, der es mit den Vorschriften nicht so genau nimmt. Gemeinsam geht es zu einem ersten Auftrag nach London, wo der Außerirdische Vungus beschützt werden soll. Das misslingt allerdings, und vor seinem Ableben kann Vungus noch eine mächtige Waffe an die Men in Black weitergeben, die inzwischen vermuten, einen Maulwurf in den eigenen Reihe zu haben.

"Men in Black International" macht Fans der Reihe mit Sicherheit einigen Spaß, weil auch hier von Regisseur F. Gary Gray mit großer Detailverliebtheit vorgegangen wurde. Dennoch wird man über weite Strecken das Gefühl nicht los, der Film böte überwiegend eine Variation altbekannter Szenen. Und dann ist da noch die Frage, wieso die Men in Black überhaupt Men und nicht Women heißen, wie Agentin M von O wissen will. Die schüttelt nur den Kopf: "Ein heikles Thema. Es wird diskutiert, aber die sind noch nicht so weit", sagt O. Ein bisschen bemerkt man das auch bei der Figurenzeichnung der Männer in dem Film: Ein Draufgänger wie Agent H ist eigentlich ein holzschnittartiges Relikt aus alten Zeiten. Und Hemsworth nervt mit seiner Macho-Masche leider auch gewaltig.