In der märchenhaft angelegten Beziehungsgeschichte "Long Shot" werden weibliche und männliche Rollenverteilungen konsequent umgedreht und variiert. Das Verhältnis eines total unterschiedlichen Paares verdeutlicht schon der Titel: "Weit hergeholt". Als sich die elegante Charlotte Field (Charlize Theron) und der dickliche Fred Flarsky (Seth Rogen) auf einer Benefizveranstaltung über den Weg laufen, die er total unpassend angezogen besucht, erinnern sie sich an gemeinsame Kindertage. Charlotte war seine Babysitterin.

Nun ist sie US-Außenministerin mit Ambitionen zur Präsidentin. Fred ist aufbrausender, linksorientierter, jüdischer Journalist, nicht dumm. Bereits zu Beginn versucht er undercover eine Neonazi-Gruppe zu unterwandern. Seinen Chef interessiert das nicht. Als er hört, dass die Zeitung vom rechtsrechten Medienmogul Wembley (köstlicher Widerling: Andy Serkis) übernommen wird, kündigt er wütend. Bei Charlotte hatten Umfragen ergeben, dass ihren Auftritten der Humor fehlt. Daraufhin nimmt sie den arbeitslosen Nerd als Redenschreiber auf. Ihre Beziehung ähnelt "Ein Herz und eine Krone", "Pretty Woman", "Notting Hill". Doch zum ungewöhnlichen Traumpaar, mit großartiger Darsteller-Chemie, gesellt sich, neben Sex und Drugs, das karikierte Polit-Klima. Trotz des dämlichen US-Präsidenten scheinen auch hier etwas märchenhafte Hoffnungen durch. Charmante Screwball Comedy trifft auf kluge Politsatire.