"They Shall not Grow Old" stammt aus dem patriotischen Gedicht "For the Fallen" von Laurence Binyon (1869-1943), der im Ersten Weltkrieg beim Roten Kreuz diente. Dabei erwähnt es auch die gefallenen 15 oder 16 Jahre alten Soldaten. Diese werden auch im Abspann der Doku erwähnt. Ebenso der Satz "Nearly one million British and Empire servicemen were killed between 1914 and 1918." Von den restlichen 16 Millionen Toten ist nicht die Rede. Es wird fast nur eine Seite des Konfliktes behandelt.

Wenn es auch kontroversiell sein mag, ebenso wie der Versuch, den Wahnsinn des Krieges durch Farben, Kommentare, Klangebenen und Geräusche nachvollziehbar machen zu können, so ist dennoch etwas Einzigartiges herausgekommen.

Archivmaterial von mehr als 100 Stunden Filmen und 600 Stunden Audios aus dem Imperial War Museum wurde, auch mit der BBC, unglaublich geduldig genau ausgefeilt restauriert, digital konvertiert, großteils koloriert.

Die Sicht der Soldaten auf den Krieg, von fröhlichem Grinsen und Euphorie, bis Verzweiflung, Leichen in dreckigen, sumpfigen Gräben, irritiert stark. Auch pausenlose Voice-over-Kommentare der Betroffenen zeigen die Wirklichkeit auf, verlangen allerdings viel Aufmerksamkeit.

Der Krieg selbst wird durch Laufen, Geschosshagel, Lärm angedeutet, Kampfszenen werden in gemalten Bildern gezeigt, ohne zu verharmlosen. Die Doku setzt zwar stark auf Technik, der eigentliche Fokus auf menschliche Schicksale aber wühlt auf und berührt.