Nach dem Schlaganfall des Vaters treffen drei Geschwister in ihrem Heimatort an der südfranzöisschen Küste unweit von Marseille in ihrem Elternhaus erstmals nach langer Zeit wieder aufeinander. Die berühmte Theaterschauspielerin Angèle (Ariane Ascaride) aus Paris, ihr Bruder Joseph (Jean-Pierre Darroussin), ein Gewerkschafter, und Armand (Gérard Meylan), der als einziger beim Vater geblieben war, um das kleine elterliche Restaurant zu führen. Alle drei müssen nun für sich klären, wie man mit dem Erbe umgeht, was mit dem Haus am Meer passieren soll. Dazu ist vor allem erforderlich zu ergründen, inwieweit dieses Haus, der Ort ihrer Kindheit, heute noch Bedeutung hat für die Geschwister. Die gemeinsame Zeit am Meer fördert alte Erinnerungen zu Tage, auf die Angèle, Joseph und Armand schon lange vergessen hatten und über die man sich einander annähert.

Mit der ihm eigenen stoischen Ruhe legt Regisseur Robert Guédiguian in "Das Haus am Meer" eine feinsinnige Familienstudie vor, die irgendwo zwischen dem melancholischen Schwelgen in Erinnerungen und dem sehnsüchtigen Blick hinaus aufs Meer pendelt; Guédiguian versteht es zudem, gesellschaftliche Themen von großer Aktualität mitzuverhandeln - von Aspekten linker Politik über Gewerkschaftsideale bis hin zu Gedanken über Kunst und die Liebe ist alles dabei. Der Regisseur macht das mit klarem, ruhigem und unaufgeregtem Blick, was der Stimmung vor der Kamera gut tut, der Dramaturgie im Verlauf aber zuweilen etwas den Schub raubt.