Mit einem fetten blauen Auge flieht Sandra (Cécile de France) vom Ehemann an der Cotê d‘Azur zurück in ihre nordfranzösische Heimat zu ihrer Mutter, wo sie ihre Herkunft aus der sozialen Unterschicht wieder einholt: Mangels Qualifikation und Schulbildung (ein lokaler Missen-Titel zählt nicht dazu) ist sie gezwungen, einen Job in der örtlichen Fischfabrik anzunehmen und landet am Fließband neben Hausfrau Nadine (Yolande Moreau) und der alleinerziehenden Audrey (Audrey Lamy). Bald steigt ihr der Vorgesetzte nach, und als sich Sandra wehrt, muss dieser seinen Penis opfern. Ja, richtig gelesen: Der Penis ist ab und der fiese Typ durch einen Unfall zu Tode gestürzt. Was tun? Die drei Frauen beschließen, ihn in Fischkonservendosen abzufüllen, und die Tasche mit dem Bargeld, das er bei sich trug, einzuheimsen. Damit tritt das Trio allerdings eine Lawine an haarsträubenden Ereignissen los, die sich bald nicht mehr kontrollieren lassen.

Die Komödie "Rebellinnen - Leg dich nicht mit ihnen an" von Allan Mauduit beginnt als amüsanter und sehr komödiantischer Blick auf Frankreichs soziale Ränder; Komödien erfassen dabei oft präziser als Dramen, wo die wirklichen Probleme liegen. Sehr schnell wird das Stück aber zu einer zwar einfach gestrickten, jedoch allzu rasanten Skurrilität, bei der die drei Hauptdarstellerinnen dank präziser Figurenzeichnung mit viel Dynamik und voller Energie aufspielen können. Der Humor ist brachial und nicht immer oberhalb der Gürtellinie, aber lachen muss man trotzdem. Das lässt sich nicht über jede Sozialkomödie sagen.