Bergsteigen als Selbstfindung

(fan) Bergsteiger-Filme weisen oft Metaphorik auf. Körperliche Grenzen, Einsamkeit, befreite Gedanken. Da auch die Alters-Zielgruppe wächst, begibt sich der Film auf genau diese Pfade. Die 83-jährige Edie (Sheila Hancock) hat sich stets nach anderen richten müssen. Nach dem Tod des Mannes erfüllt sie sich einen Traum: Den Berg Sulliven in Schottland zu besteigen. Gegen Bezahlung bekommt sie die Hilfe des jungen Jonny (Kevin Guthrie). Sheila Hancock liefert in ihrem Selbstfindungsprozess tolle Leistungen ab. Die Bilder sind natürlich wunderbar. Zu bombastisch hingegen der Score, diverse Klischees stören. Auch die Erkenntnis ist nicht neu: An sich glauben, niemals aufgeben.

Edie - für Träume ist es nie zu spät (Edie), GB 2017

Regie: Simon Hunter

Mit: Sheila Hancock, Kevin Guthrie, Amy Manson

Zerrissenheit als Seifenoper

(fan) In Tel Aviv geht es heiß her. Zumindest laut der Schnulzen-Soap Opera "Tel Aviv on Fire", die sich Israelis wie Palästinenser jeden Abend im TV ansehen. Autor ist der junge Palästinenser Salam (Kais Nashif), der dafür täglich zwischen Israel und Westjordanland wechselt. Bei einer Grenzkontrolle gerät das Skript in die Hände des israelischen Kommandeurs Assi (Yaniv Biton). Er zwingt Salam, es umzuschreiben. Mit Riesenerfolg, immer neue Schnulzen, Absurditäten folgen. Doch dann dürfte es zu weit gehen, die Soap soll abgesetzt werden. Salam steht vor einem gehörigen Problem. Die Komödie streift vieles an Zerrissenheit, ohne zu unterschlagen, doch vertieft sie auch nichts.

Tel Aviv on Fire, LU/ISR/B 2018

Regie: Sameh Zoabi

Mit: Kais Nashif, Lubna Azabal

Die nächste Mörderpuppe

(fan) Eine alleinerziehende Mutter schenkt dem Sohn Andy (Gabriel Bateman) eine Puppe, die sogenannte "Buddy Doll". Sie ist mit allerneuester Computertechnik ausgestattet und soll Märkte als Verkaufsschlager erobern. Mit angeblich ungeahnten Fähigkeiten kommt beim Chucky-Horror nun quasi der Schrecken 2.0 dazu. Wohl ein Kinderspiel für perfekt zusammengesetzte, überraschende neue Teile? Doch der Slasher läuft dahin, wie ein immer wieder aufgezogenes Uhrwerk. Auch Altbekanntes verhindert eigene oder originelle Strukturen. Dazu kommen wieder eine Reihe geheimnisvoller Morde. Die Frage nach Zusammenhängen erübrigt sich. Schließlich artet alles in sinnfreiem Schlachten aus.

Child’s Play, USA 2019

Regie: Lars Klevberg

Mit: Aubrey Plaza