Filme von Luc Besson bewegen sich in gewaltigen visuellen Bereichen, mit ebenso viel Gewalt. Hingegen sind inhaltliche oder sonstige Tiefen nicht sein Ding. Nach seinem Flop "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten" (2017) kehrt er wieder zur Masche des von Männern ausgebeuteten schönen Racheengels zurück. Der typische Stil wird zwar wieder durchgezogen, Substanz bleibt wie üblich außen vor.

Hauptrolle spielt das russische Topmodel Sasha Luss, die in "Valerian" ihren winzigen Erstauftritt hatte. Nun steigt sie zur Super-Spionin auf, die körperliche und anderweitige Waffen für den KGB einsetzt. Und zwar 1990, zur Zeit des Kalten Krieges.

Hinter ihrer Schönheit versteckt sich das Geheimnis einer perfekten Killerin. Was sich aber nicht in ihr verbirgt, ist Schauspieltalent. Klarerweise kann sie Helen Mirren, die ihre KGB-Chefin verkörpert, nicht das Wasser reichen, aber der Mangel stört auch im übrigen Film. Sie kann nur wild um sich schlagen, en masse killen. Als Supermodel undercover nach Paris geschickt, wird sie in ein Netz aus Lügen und Intrigen verstrickt. Es gibt ständig Rückschauen, die eher nerven. Am sehenswertesten ist noch ihre ausgenutzte Sex-Dreierbeziehung mit den KGB-Agenten Tschenkov (Luke Evans) und CIA-Vorsteher Lenny (Cillian Murphy). Natürlich darf auch ein lesbisches Verhältnis nicht fehlen. Das Ganze wirkt, trotz aller Brutalität, weniger wie ein Thriller, eher als abgedroschene, überzogene Männerfantasien.