Selbstreflexive Filmemacher sind oftmals eitel und über die Maßen stolz, doch das ist bei Pedro Almodóvar zum Glück nicht der Fall: In seinem neuen Film "Leid und Herrlichkeit" blickt er voller Wehmut auf das eigene künstlerische Leben zurück, das selbstredend eng verwoben ist mit dem privaten, und das viele Erfolge und noch mehr Rückschläge beinhaltet. Almodóvar erzählt von dem fiktiven Filmregisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas), der an seiner statt Rückschau auf dieses Leben hält, weil demnächst sein erster Film frisch restauriert aufgeführt werden soll. Dabei kommen ihm Erinnerungen an die Kindheit in den Sinn, an das Aufwachsen im Valencia der 1960er Jahre, an die liebevolle Mutter (Penélope Cruz), seine frühe Begeisterung für das Medium Film und seine Begegnung mit Federico (Leonardo Sbaraglia), der seinen emotionalen Haushalt völlig durcheinanderbringt. Es geht um Themen wie Katholizismus, Homosexualität und Exzess. Banderas spielt diesen gealterten Künstler mit großer stoischer Ruhe und Besonnenheit; er macht sich die Künstlerpersönlichkeit mit all ihren Seltsamkeiten völlig zu eigen und ist trotz der autobiografischen Züge, die die Handlung beinhaltet, niemals Kopie des spanischen Kultregisseurs, sondern bloß eine sanfte Annäherung. Dem Filmtitel entsprechend ist hier auch das Leid von filmischer Herrlichkeit, eingefangen von Almodóvars fantastischem Kameramann José Luis Alcaine in typischen Almodóvar-Farben, -Settings, und -Decors. Eine Augenweide von einem Film.