Georg (Ulrich Tukur) vor seinem zerstörten Auto. - © Filmladen
Georg (Ulrich Tukur) vor seinem zerstörten Auto. - © Filmladen

Die Ehe zwischen Doris (Martina Gedeck) und Georg (Ulrich Tukur) steht vor dem Aus: Nach über 20-jähriger Dauer hat Georg eine um 30 Jahre jüngere Frau, die Doktorandin Laura (Lucie Heinze) kennen gelernt, die seiner Doris optisch bis zur Augenbraue gleicht. Die jüngere Version arbeitet mit Georg zusammen in dessen Aquarium, wo er schon dereinst seine Ehefrau kennenlernte. Ein Rosenkrieg steht bevor: Doris ist schwer gedemütigt, fährt im Zuge der Verarbeitung ihrer seelischen Zustände gern zehn, zwanzig Mal mit dem Familienvolvo gegen das Garagentor oder zündet das Auto der jungen Nebenbuhlerin an. Georg, der den rechthaberischen Abgebrühten gibt, lässt sich nur mit Mühe zu einer Trennungstherapie überreden.

Und dann ist da neben den beiden eher desinteressierten Kindern auch noch der Hund, der irgendwohin muss. Folgerichtig lautet der Titel von Rainer Kaufmanns Scheidungskomödie "Und wer nimmt den Hund?". Kaufmann hatte sich im Genre der amourösen Liebeswirren bereits mit seinem Überraschungserfolg "Stadtgespräch" (1995) einen Namen gemacht, und dem Thema ist er in "Und wer nimmt den Hund" treu geblieben. Das Ehepaar Gedeck-Tukur lebt natürlich von der beeindruckenden Vielseitigkeit und dem Nuancen-Reichtum dieser beiden Ausnahmeschauspieler, doch ganz können auch sie das überaus geschwätzige Drehbuch nicht bändigen; dann und wann merkt man dem Script seine Konstruktion an, dann und wann entsteht dramaturgische Leere.

Dass sich in diesem Rosenkrieg bald das Blatt zu wenden scheint, ist schnell klar. Georgs junge Freundin, die doch nur einen Vaterersatz gesucht hat, und besagter Hund werden hier noch eine entscheidende Rolle spielen. Am Ende ist man sich gar nicht mehr so sicher: So mancher Ehestreit klang im Nachhall dann doch eher nach einer Liebeserklärung.